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Armada

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Die Armada segelte 1588 unter dem Herzog von Medina Sidonia zum Sturz Elisabeth I. gegen England. Ihr gegenüber stand die englische Flotte unter Charles Howard,und einem Hochadligen Francis Drake, dem Seeräuber. Ein erfolgreicher Überfall Drakes auf die spanische Hafenstadt Cadiz 1587 hatte das Auslaufen der Armada bereits um mehrere Monate verzögert. Schließlich lief sie mit 130 Schiffen in Lissabon aus. Die Armada sollte in den Niederlanden eine spanische Invasionsarmee unter Alexander Farnese, dem Herzog von Parma an Bord nehmen und nach England übersetzen. Im Kanal, der Straße von Dover kam es dann zur Seeschlacht zwischen Engländern und Spaniern.

Die Spanier hatten eine halbmondförmige Schlachtordnung, große, schwerfällige Schiffe und waren hauptsächlich auf das Entern der gegnerischen Schiffe fixiert. Zu ihrer Flotte zählten sogar noch Galeeren, wie sie im Mittelmeer verwendet wurden. Die Engländer ließen es nicht auf den Enterkampf ankommen, denn sie hatten wesentlich kleinere Schiffe und waren zahlenmäßig unterlegen. Dafür waren ihre Schiffe schneller. Sie hatten zudem wesentlich weiter tragende Kanonen als die Spanier (eine Weiterentwicklung der deutschen Feldschlange, schlank und von geringem Kaliber). Sie konnten spanische Schiffe so fast gefahrlos voneinander isolieren und aus der Distanz unter Beschuss nehmen.

Trotzdem erreichte die Armada die Niederlande, wo allerdings die Koordination mit der Invasionsarmee nicht klappte. Als die Armada im Hafen von Calais ankerte, griff die englische Flotte mit Brandern (=brennende Schiffe) an. Die Spanier mussten den Hafen fluchtartig verlassen und kämpften in der anschließenden Seeschlacht von Gravelines ohne Schlachtordnung. Eine Landung in England war unmöglich geworden. Die Spanier gerieten unmittelbar nach der Schlacht in schwere Stürme, entschieden sich für eine Umseglung Englands und Schottlands und verloren in weiteren Stürmen den Großteil ihrer Flotte. Die Engländer brachen die Verfolgung ab.

Kalifat von Cordoba

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Das Kalifat von Cordoba wurde von den Nachkommen der Umayyaden als Gegenkalifat in Südspanien begründet. Abd ur-Rahman I., der dem Massaker durch die Abbasiden entkommen war, errichtete 756 das Emirat von Córdoba; Abd ur-Rahman III. erhob es 928 zum Kalifat.

Das Umayyaden-Kalifat von Córdoba war das Zentrum islamischer Kultur und arabischer Sprache in Europa; es galt als eines der reichsten und kultiviertesten Länder seiner Zeit. In den Übersetzerschulen von Toledo wurden viele im Westen verlorengegangene Texte aus der griechischen Antike für die Nachwelt bewahrt. Nach dem Sturz des letzten Kalifen 1031 löste sich das Kalifat von Córdoba in rund 20 “Taifa-Fürstentümer” (arab. taifa: Partei) auf.

Die Entdeckung Amerikas

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Eines des herrausragendsten Ereignisse während der Herrschaft der katholischen Könige war der am 12. Oktober 1492: die Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus. Die Tatsache, daß Christopher Columbus, der kein Spanier war, sich an einen fremden Hof wandte, um seine Dienste anzubieten, beweist, daß die Entdeckung Amerikas nicht zufällig war. Portugal und Kastilien (Spanien) waren bei der Erforschung überseeischer Handelsrouten weit vorgestoßen, und Sevilla, eine vermögende und bekannte spanische Stadt, war zu der Zeit ein wichtiges Handelszentrum. Man weiß, daß die afrikanischen Routen zu Gunsten Portugals Kastilien verschlossen blieben.

In dem Vertrag von Alcacoba (1479) verzichtete Alfonso V. von Portugal auf seine Forderungen an Kastilien und erkannte die Rechte Kastiliens über die Kanarischen Inseln an, während Kastilien die Rechte Portugals über die Azoren, Cap Verde und Madeira anerkannte. Die Kanarischen Inseln waren ein ausgezeichneter Startort für vielseitige Routen. Diese bot Christopher Columbus einem Staat an, der sie benötigte und der gleichfalls an diese Art von Unternehmen gewohnt und somit darauf vorbereitet war. Das vereinigte Spanien besaß 1492 eine starke Kriegsmaschinerie, eine stabile Wirtschaft, einen guten Ruf nach außen, Marineerfahrung, welche die Erforschung von Handelswegen einschloß, und ein bemerkenswertes wissenschaftlich-technisches Potential.

Außerdem Mathematiker, Geografen, Astronomen und Schiffsbauer, die aus dem Gemisch drei verschiedener Kulturen (Juden, Moslems und Christen) hervorgekommen waren. Der einzige Rivale war ihr Nachbar Portugal, der, wie wir wissen, eine Ausdehnung Spaniens in Afrika verhinderte.Columbus’ Angebot wurde trotz seiner ersichtlichen Fehler schnell akzeptiert. Doch während seiner Reise nach Asien stieß seine Flotte unerwarteterweise auf den amerikanischen Kontinent. Die Spanier waren aufgrund ihrer Vorgeschichte besonders gut darauf vorbereitet zu erobern, zu besetzen, zu bevölkern, neues Land zu erforschen und sich in fremde Länder zu integrieren.

Karl II.

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Karl II. (* 6. November 1661 in Madrid; † 1. November 1700 in Madrid) war König von Spanien. Er wurde am 6. November 1661 in Madrid als dritter Sohn von Philipp IV. von Spanien und dessen zweiter Gemahlin Maria Anna von Österreich geboren. Er wurde 1665 König von Spanien und “regierte” bis 1700. Am 19. November 1679 heiratete er in erster Ehe Maria Louisa von Orléanes. In zweiter Ehe vermählte er sich am 4. Mai 1690 mit Maria Anna von Pfalz-Neuburg. Da beide Ehen kinderlos blieben war das Aussterben der spanischen Habsburger abzusehen.

Um die Thronfolge zu regeln setzte er zunächst den bayrischen Kurprinzen Joseph Ferdinand als Erben ein. Der starb jedoch bereits am 6. Februar 1699 und so bestimmte Karl Philipp V., einen Enkel Ludwigs XIV., zu seinen Nachfolger. Er starb am 1. November 1700 in Madrid. Da sowohl König Ludwig XIV. als auch Kaiser Leopold I., beide mit Schwestern Karls verheiratet, Ansprüche auf den spanischen Thron stellten, brach der Spanische Erbfolgekrieg aus.

Juan Carlos I.

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Juan Carlos I. Alfonso Víctor María de Borbón y de Borbón wurde als älterer Sohn von Juan de Borbón y Battenberg (1913 - 1993), des Grafen von Barcelona und dessen Gattin Maria von Sizilien, am 5. Januar 1938 in Rom geboren. Er ist Enkel von König Alfons XIII. von Spanien. Seit 1975 ist er als Juan Carlos I. König von Spanien. Für die Nachfolge des spanischen Diktators Francisco Franco war bereits 1947 die Wiedereinführung der Monarchie vorgesehen worden.

Franco setzt 1969 fest, dass Juan Carlos nach seinem Tod der Regierung als König vorsitzen solle. Mit dem Tod Francos am 20. November 1975 war somit der Weg für die Besteigung des Thrones durch Juan Carlos vorgezeichnet. An der Spitze des spanischen Staates steht Juan Carlos I. seit dem 22. November 1975, als er nur zwei Tage nach dem Tod Francos zum König erklärt worden ist. Er begann unmittelbar einen beispielhaften und friedlichen Prozess des demokratischen Wandels in Spanien einzuleiten (Transition, span. transición).

Am 14. Mai 1962 heiratet er die Prinzessin Sophia von Griechenland, mit der er die Kinder Elena Maria, geboren am 20. Dezember 1963, Christina Ferderica, geboren am 13. Juni 1965, und Philipp Johann, geboren am 29. Januar 1968, hat. Durch die älteste Tochter, die mit Jakob von Marchilar verheiratet ist, ist er Großvater der Enkel Philipp Johann, geboren am 17. Juli 1998 und Victoria Frederica, geboren im August 2000. Die zweite Tochter, mit Inaki Urdangarin verheiratet, machte ihn zum Großvater der Enkel Johann Valentin, geboren 1999, Paul Nicolas, geboren am 6. Dezember 2000, und Michael, geboren am 30. April 2002. Der Sohn Philipp hat sich nun verlobt und wird 2004 heiraten.

Erste Menschliche Siedlungen

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25.000 bis 10.000 v.Ch.: Die Höhlengemälde von Pinal, Pena de Candamo, El Pendal, Pasiega, Ribadesella und Altamira begründen die Existenz einer hohen Kultur in der Zeit von Magdalenien. 1.100 v.Ch.: Die Phönizier gründen Kadiz (Cádiz), Baria Adra, Almunecar und Malaga. 1.000 v.Ch.: Zivilisation der Tartessians. Die ersten Kelten kommen von der anderen Seite der Pyranäen. 7. Jahrhundert v.Ch.: Die Griechen gründen Hemerosopion und Manake. 6. Jahrhundert v.Ch.: Emporio (Ampurias) und Rhodaes (Rosas) werden gegründet.

237 v.Ch.: Hamilcar läßt sich im Süden und Südosten nieder und gründet Akra Leuke (Alicante). Hasdruba gründet Cartago Nova (Cartagena). 218 v. Ch.: Hamilcar nimmt Saguntum (Punischer Krieg) ein. Die Kartager besetzen Italien. Scipio landet in Spanien und erobert Hasdrubal in Tarraco (Tarragona), Illipa (Alcala del Rio) und Gadir. Rome annektiert das Land und teilt es in zwei Provinzen auf: Hispanis Citerior und Hispanis Ulterior.

Dritter Punischer Krieg

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In den Jahren zwischen dem Zweiten und Dritten Punischen Krieg war das Römische Reich mit der Eroberung des Hellenistischen Reiches im Osten und der rücksichtslosen Unterdrückung der Iberer im Westen beschäftigt, obwohl sie wesentlich zum Erfolg der Römer im Zweiten Punischen Krieg beigetragen hatten.

Die Römer empfanden noch immer Hass gegen Karthago, durch das sie im Zweiten Punischen Krieg fast zerstört worden waren. Die Gefühle waren so stark, dass der römische Politiker und Schriftsteller Cato jede Ansprache mit den berühmten Worten beendete: Ceterum censeo, carthaginem delendam esse (Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss).

Währenddessen hatte sich Karthago zum großen Teil wieder erholt und seinen ehemaligen Wohlstand durch Handel wiedererlangt. Rom bekam durch das wiedererstarkte Karthago Angst vor einem neuen Krieg. Als die Karthager der römischen Forderung nicht nachkamen, ihre Stadt zu verlassen und sich weiter ins Inland Nordafrikas zurückzuziehen, erklärte der römische Senat im Jahre 149 v. Chr. den Krieg und die Stadt wurde wurde sofort angegriffen.

Der Dritte Punische Krieg war ausgebrochen. Die Stadt wiedersetzte sich bis 146 v. Chr. der römischen Belagerung, bevor sie schließlich erobert und ihre Einwohner systematisch durch die römischen Soldaten getötet wurden. Die Stadt mit ihrem Hafen wurde vollkommen zerstört und das umliegende Land mit Salz eingestreut, um es unbenutzbar zu machen.

Zweiter Punischer Krieg

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Der Zweite Punische Krieg bezeichnet die Auseinandersetzung zwischen Rom und Karthago von 218 v. Chr. - 201 v. Chr., die als Ermüdungskrieg geführt wird und mit der schließlichen Niederlage Hannibals und der Stärkung Roms endet. Es gibt keine historischen Quellen aus Karthago, die diesen Kriegsverlauf und dessen Hintergründe beschreiben. Historiker können sich nur auf die Werke griechischer und römischer Autoren der Antike beziehen und sind gezwungen, diese zu interpretieren. 218 v. Chr. kam eine weitere römische Delegation nach Karthago, um die Auslieferung Hannibals zu verlangen, der widerrechtlich die Stadt Saguntum angegriffen habe. Die Römer betrachteten die Stadt als römischen Freund und deshalb verstieß der Angriff auf die Stadt gegen den geschlossenen Vertrag zwischen den beiden Mächten.

Die Römer drohten mit Krieg, falls ihnen Hannibal nicht ausgeliefert würde. Die Karthager lehnten diese Forderung ab, und es folgte die römische Kriegserklärung. Hannibal wollte einem Angriff zuvorkommen und plante den Einmarsch in Italien. Ein Angriff von See war zu dieser Zeit nicht möglich, weil die karthagische Flotte noch nicht dafür gerüstet war. Hannibal wollte deshalb über die Alpen nach Italien einfallen. Er führte deshalb Gespräche mit den keltischen Stämmen, deren Gebiet er durchqueren musste. Im April 218 begann der Feldzug gegen Rom. Über 100000 Soldaten nahmen daran teil. Der Zug über die Pyrenäen war von zahlreichen Kämpfen gegen die einheimischen Stämme bestimmt. Die Kelten in Südfrankreich konnte Hannibal überzeugen, dass er sie nicht als Gegner betrachten würde.

Aber an der Rhone leistete ein keltischer Stamm kurz vergeblich Widerstand. Die Karthager überquerten den Fluss. Mit 38000 Soldaten und 37 Elefanten begann Hannibal jetzt die Überquerung der Alpen. Inzwischen war der Consul P. Cornelius Scipio mit Truppen an die Rhone geeilt, um Hannibal abzufangen, aber er kam zu spät. So schiffte er sich mit einem Großteil seiner Truppen ein, um die Karthager in der Po-Ebene zu erwarten. Die Überquerung der Alpen war für Hannibals Truppen sehr verlustreich. Feindliche Stämme bedrängten die Karthager, und die Natur forderte weitere Opfer. Ende 218 erreichte Hannibal die Po-Ebene. Die Region wurde zu dieser Zeit von Stammesfehden unter den Kelten und Aufständen gegen Rom erschüttert. Es gab aber auch keltische Stämme, die auf Seiten Roms standen.

Hannibal eroberte Turin und mehrere Völker unterwarfen sich anschließend dem Karthager. Beim Fluss Ticinius kam es zu einem ersten kurzen Gefecht zwischen den Truppen Hannibals und Scipios. Die Römer wurden besiegt. Hannibal zog weiter hinter den Römern her und bot eine Schlacht an. Doch Scipio zögerte. Erste keltische Truppen verließen daher das römische Heer. Am Fluss Trebia traf Hannibal im Dezember auf die Truppen von Scipio und die eines weiteren Konsuls. Den Karthagern gelang ein überragender Sieg, die römischen Verluste waren sehr hoch. Ein Bruder Scipios war inzwischen in Richtung Spanien marschiert. Er sicherte auf seinem Marsch Rom ergebene Städte und eroberte verschiedene Ortschaften.

217 v. Chr. zog Hannibal weiter nach Süden. Mit zahlreichen Versprechungen versuchte er, italische Stämme auf seine Seite zu ziehen. Beim Trasimenischen See traf Hannibal auf die Legionäre unter Flaminius. Er umzingelte die Legionen, und die Schlacht ging für Rom verloren. 15000 Römer und Flaminius fielen. Ebenso viele Legionäre gerieten in Gefangenschaft. Hannibal entließ die nichtrömischen Soldaten, ohne Lösegeld zu fordern. Er wollte damit die Italier zum Wechseln veranlassen. Die Römer sandten weitere Truppen gegen Hannibal, doch auch diese wurden geschlagen. 2000 Legionäre fielen, weitere 2000 gerieten in Gefangenschaft. Der römische Senat veranlasste die Wahl eines Diktators, um Hannibal zu stoppen. Gewählt wurde C. Fabius Maximus, der mit zwei Legionen losmarschierte. Doch Maximus wich einer Schlacht aus.

Er wollte Hannibal durch Abwarten zermürben. Der Karthager zog weiter in Richtung Campanien, um am Fluss Volturnus das Winterquartier aufzuschlagen. Hier wollte Maximus den Gegner zur Schlacht zwingen. Doch Hannibal entkam mit einer Kriegslist und zog nach Gerunium. Hier baute er sein Winterquartier. Im Vorfeld attackierten die Römer unter ihrem Reiteroberst M. Minutius Rufus die Punier und errangen kleinere Siege. Die römische Volksversammlung ernannte deshalb Rufus zum zweiten Diktator. Rom besaß nun, im Widerspruch zu seiner Verfassung, zwei Diktatoren. Die Wahl sorgte für Unstimmigkeiten zwischen den beiden Feldherren. Als Hannibal aus seinem Quartier ausbrach und die Truppen von Rufus bedrängte, drohte dessen Vernichtung. Doch es gelang Maximus Rufus zu helfen. Hannibal kehrte deshalb wieder in sein Lager zurück.

Wenig später endete die Amtszeit der Diktatoren. Die Römer lieferten sich in der Folgezeit nur vereinzelte Scharmützel mit den Puniern. Inzwischen war es auf dem Meer auch zu Kämpfen gekommen. Scipio plünderte und brandschatzte die spanische Küste, römische Truppen gingen für kurze Zeit in Nordafrika an Land. 216 v. Chr. wollte Hannibal die Römer zur Schlacht zwingen. Er wollte den Ort Cannae angreifen und die Römer damit zum Handeln zwingen. Befehligt wurden die acht römischen Legionen von den beiden Consuln Paulus und Varro und von Geminus. Am 2. August kam es zur Schlacht. Die Römer boten 80000 Infanteristen und 6000 Reiter auf. Die karthagische Truppen bestanden aus 40000 Infanteristen und 10000 Reitern.

Die Römer planten, das karthagische Zentrum anzugreifen. Hannibal befahl seinen Infanteristen, langsam dem römischen Angriff auszuweichen. Die karthagische Kavallerie sollte an den Flügeln vordringen und den Rücken des Gegners erreichen. So geschah es auch. Die Römer folgten den karthagischen Truppen im Zentrum und links und rechts von ihnen blieben die Flügel der Karthager stehen. Diese Truppen umfassten schließlich das römische Heer. Ihre Feldherren Geminus und Paulus fielen im Kampf. Die zahlenmäßige Überlegenheit nützte den Römern nicht mehr, weil sie auf engstem Raum zusammengedrängt wurden. Die Römer wurden vernichtend geschlagen. Zeitzeugen berichteten von fast 60000 gefallenen Legionären. Das römische Heer hatte aufgehört zu existieren.

Doch Hannibal nutzte diesen Erfolg nicht dadurch aus, dass er gegen Rom marschierte und die Stadt belagerte. Er rechnete wohl damit, dass der Machtbereich Roms nach dieser Niederlage auseinanderbrechen würde. Die Römer wählten wieder einen Diktator und hoben neue Truppen aus. Hannibal entließ wieder die gefangenen römischen Hilfstruppen und fand dadurch neue Verbündete, die ihn unterstützten. Hannibal zog durch Süditalien. Es kam zu einzelnen Belagerungen. Hannibal schickte Gesandte nach Karthago, um neue Mittel und Truppen zu erhalten. In den nächsten Jahren kam es immer wieder zu Gefechten und Belagerungen. Keine Seite war dabei in der Lage, Vorteile zu erringen.

211 v. Chr. belagerten die Römer Capua, einen wichtigen Stützpunkt der Karthager. Hannibal versuchte mit einem Marsch auf Rom, die Legionen wegzulocken, aber es gelang ihm nicht. Capua kapitulierte. In Spanien dagegen errangen die Karthager Erfolge. Die beiden römischen Scipio-Brüder fielen in den Kämpfen. Die Römer entsandten weitere Truppen nach Spanien unter dem Kommando von Publius Cornelius Scipio, dem Sohn des gefallenen P. Scipio. Der junge Scipio errang seinen ersten eindrucksvollen Sieg 206 v. Chr.. Scipio streckte danach seine diplomatischen Fühler nach Nordafrika aus, um unter den Numidern Verbündete zu finden. Doch die römischen Senatoren zögerten noch, ihrem Feldherrn einen Angriff auf Nordafrika zu erlauben. Noch glaubten die Senatoren an einen Sieg über die karthagischen Truppen im eigenen Land.

Scipio dagegen wollte mit einer Invasion, Hannibal aus Italien fortlocken. Trotz der Ablehnung des Senats schickte Scipio eine kleine Flotte an die afrikanische Küste, um dort zu plündern. Die Karthager sahen sich bedroht und suchten Verbündete bei verschiedenen afrikanischen Stämmen und den Makedoniern. Das Jahr 204 v. Chr. sollte zum Wendepunkt des Zweiten Punischen Krieges werden. Die Kämpfe in Spanien waren vorbei, ebenso hatte Rom die Makedonier auf dem Balkan inzwischen zurückgeschlagen. Die Römer konnten ihre Truppen in Italien sammeln, um gegen die Karthager vorzugehen. Inzwischen landete Scipio bei Ityke. Die Karthager versuchten mit ihrer Flotte, die gelandeten römischen Kräfte vom Mutterland abzuschneiden.

In Norditalien erwarteten die Römer den Angriff der Karthager, die mit keltischer Unterstützung über die Alpen kamen. Im Süden kam es zu Gefechten mit Hannibals Truppen. Scipio hatte in Afrika den Numider Massinissa als Verbündeten gewonnen und drang mit ihm gegen Karthago vor. Der karthagische Senat erkannte die ausweglose Situation und schickte eine Delegation zu Scipio, um den Frieden anzubieten. Der römische Feldherr stellte harte Bedingungen. Karthago sollte seine Heere aus Europa zurückziehen und die europäischen Ländereien aufgeben. Die karthagische Flotte sollte ausgeliefert werden. So forderten die Karthager Hannibal zum Rückzug auf. 203 v. Chr. verließ der Karthager Italien nach einem 15jährigen Kampf.

Die Römer schickten zwei Gesandte nach Karthago, um den Frieden zu beschließen. Inzwischen waren mit Hannibal auch die punischen Soldaten aus Italien zurückgekehrt. Dadurch fühlte sich der karthagische Senat so gestärkt, dass er das Friedensangebot zurückzog. Die Kämpfe wurden fortgesetzt. Scipio drang weiter auf Karthago vor. 202 v. Chr. trafen die Heere Scipios und Hannibals bei Zama aufeinander. Der karthagische General bot noch ein Mal Frieden an und versprach, dass sich Karthago aus allen europäischen Ländern zurückziehen wolle, wenn die Römer Afrika verließen. Doch Scipio verlangte unerbittlich die Kapitulation.

Die Schlacht von Zama ging für Karthago verloren, und Hannibal floh in die Stadt, wo er den Senat zur Kapitulation riet. Scipio stellte wieder seine Bedingungen und bot einen Waffenstillstand mit drei Monaten Dauer an. Die Karthager akzeptierten. Wenig später beauftragte der römische Senat Scipio mit den endgültigen Verhandlungen. Der siegreiche Feldherr ließ im Jahr 201 v. Chr. als Zeichen seines Triumphes die Reste der karthagischen Flotte verbrennen. Der Verbündete Massinissa erhielt große Gebiete als Belohnung zugesprochen.

Erster Punischer Krieg

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Der Erste Punische Krieg wurde zwischen Karthago und Rom von 264 bis 241 v. Chr. ausgetragen. Er war der erste der drei großen Kriege zwischen Karthago und dem Römischen Reich. Die Stadt Messana ersuchte Rom um Unterstützung gegen den Tyrannen von Syracus Hieron. 264 v. Chr. setzten die Römer mit zwei Legionen auf die Insel über. Unter römischen Historikern sind die Motive für das Eingreifen umstritten. Es gibt Vermutungen, dass sich Rom von Karthagos militärischer Macht bedroht sah und deshalb angriff. Es war aber auch bekannt, dass die Karthager zu dieser Zeit eine Verhandlungsdelegation nach Rom sandten. Andere Historiker sahen in der Aktion ein Zeichen des römischen Expansionswillens.

Die Karthager stellten den Römern ein Ultimatum, indem sie den Rückzug der Truppen aus Messana forderten. Die Römer ließen die Frist aber verstreichen, und Karthago belagerte mit seinen Truppen und mit der Flotte die Stadt.Auf karthagischer Seite kämpfte auch überraschenderweise der Tyrann von Syracus. Der römische Consul Caudex setzte mit seinen Truppen nach Sizilien über und errang mehrere Siege. Bald stand er vor Syracus. Er unterließ eine Erstürmung, weil er nicht die nötigen Kräfte hatte und zog sich zurück. 263 v. Chr. zog ein neues römisches Heer gegen die Stadt, woraufhin Hieron mit den Römern Frieden schloss. Die römischen Consuln Valerius Maximus und Otacilius Crassus schlossen das Kriegsjahr als Gewinner ab, weil es ihnen auch gelungen war, karthagische Verbündete auf Sizilien zum Übertritt zu veranlassen.

262 v. Chr. drangen vier Legionen gegen die Stadt Akragas vor, die auf der Seite der Karthager stand. Die Stadt wurde erobert, und die Bewohner wurden in die Sklaverei verkauft. Die Karthager begannen 261 v. Chr., den Krieg auf die italienische Halbinsel zu bringen, indem sie die Küstenlandstriche plünderten und brandschatzten. Die pragmatischen Römer erkannten, dass sie neben ihren Legionen auch eine Flotte benötigten, um die Karthager zu besiegen. Die erste Seeschlacht 260 v. Chr. verlief zwar für die Römer blamabel - ein Consul wurde gefangengenommen - doch die zweite Seeschlacht wurde siegreich beendet. Der Consul C. Duilius traf bei Mylai auf die Flotte des Hannibal. Die Römer hatten ihre Schiffe mit Enterbrücken und Enterhaken versehen und eroberten die karthagischen Schiffe im Nahkampf von Mann gegen Mann.

Die bisherige Praxis während einer Seeschlacht war, dass die Schiffe sich mit einem Rammsporn zu versenken suchten. Die Römer hatten den Seekrieg in einen “Landkrieg” verändert. So glichen die Römer ihr geringes seemännisches Geschick aus. Der punische Kommandant entkam nach der Schlacht knapp der Gefangennahme. 259 v. Chr. segelte der Consul L.Cornelius Scipio nach Korsika und eroberte die Insel. Die Karthager gaben danach weite Teile Sardiniens auf. Auf Sizilien griffen die Punier dagegen an und bedrängten die römischen Truppen. 258 v. Chr. befehligten die beiden Consuln des Jahres die Truppen auf Sizilien. Sie erlitten dabei Verluste im Kampf gegen die Karthager. Auf See schlugen sie die punische Flotte. Der karthagische Kommandant wurde wegen der Niederlage von seinen eigenen Landsleuten hingerichtet.

256 v. Chr. nutzen die Kontrahenten dazu, ihre Flotten auszubauen. Die Römer wollten den Krieg nun nach Afrika verlagern. Die Karthager erfuhren davon und rüsteten sich zur Verteidigung. Bei Eknomon trafen die beiden Flotten aufeinander. Wieder wurden die Karthager besiegt. Die Punier boten den Römern Friedensgespräche an, doch die Römer lehnten ab. Wenig später landeten die Römer ihre Truppen bei Aspis. Sie sicherten den Stützpunkt in Afrika und überwinterten hier mit einem Teil ihrer Truppen. Die Karthager boten wieder Friedensverhandlungen an, doch der Consul Regulus stellte unannehmbare Forderungen.

Zu dieser Zeit traf in Karthago der Spartaner Xanthippos in Begleitung von griechischen Söldnern ein. Der erfahrene Söldnerführer beriet die Offiziere Karthagos und empfahl eine neue Taktik im Kampf gegen die römischen Legionen. Die Ratschläge wurden angenommen, und die Römer wurden 255 v. Chr. bei Tynes vernichtend geschlagen, der Consul wurde gefangen genommen. Es gelang aber der römischen Flotte, die überlebenden Legionäre an Bord zu nehmen und damit vor der Gefangenschaft zu bewahren. Es gab noch ein kleines Seegefecht bei Kap Bon, bei denen die Römer nur eine Handvoll Schiffe verloren. Doch bei der Weiterfahrt an der Südküste Siziliens versanken bei Kamarina über 300 römische Kriegsschiffe. Die Römer konnten wieder die Verluste ausgleichen, indem sie über 200 Schiffe binnen Jahresfrist bauten.

254 v. Chr. griffen die beiden Consuln Cornelius Scipio Asina und Atilius Caiatinus Sizilien erfolgreich an. Mehrere Städte wurden im Norden und Süden der Insel erobert. Die Eroberung der Stadt Panormos war für die Römer besonders einträglich, weil es den besiegten Bewohnern erlaubt wurde, sich von der drohenden Versklavung freizukaufen. Rom erhielt von ihnen über 400 Talente Silber. 253 v. Chr. folgten weitere Angriffe auf Sizilien, und eine römische Flotte segelte wieder nach Nordafrika. Doch navigatorisches Unvermögen ließ die Römer umkehren. Bei der Rückfahrt gerieten die Schiffe in einen Sturm und weit über 100 Kriegsschiffe gingen unter.

Die Karthager waren in den letzten drei Jahren mit der Bekämpfung von numidischen Stämmen beschäftigt gewesen, so dass der Widerstand gegen Rom schwach ausfiel. 251 v. Chr. landete eine karthagische Armee mit über 30000 Soldaten und mit über 150 Elefanten auf Sizilien. Doch der Angriff auf Panormos wurde abgeschlagen, und die Punier erlitten eine katastrophale Niederlage. Der karthagische Staatsgerichtshof ließ wenig später den eigenen Feldherrn wegen dieser Niederlage hinrichten. Von 250 v. Chr. an wurde die sizilische Stadt Lilybaion zum umkämpften Hauptkriegsschauplatz. Die Römer griffen von See und Land die von Karthagern und deren keltischen und griechischen Söldnern gehaltenen Stadt.

Während dieser Kämpfe verloren die Römer 249 v. Chr. zwei weitere Flotten in einer Schlacht und in einem Sturm. Die Kämpfe zogen sich weiter hin, und Rom baute eine neue Flotte, die sie nach den karthagischen Vorbildern zimmerten. 241 v. Chr. besiegte schließlich der Consul Lutatius Catulus bei der Insel Aigusse die punische Flotte. Die Karthager boten nach dieser Niederlage um einen Friedensvertrag. Die römischen Bedingungen waren hart. Die Karthager mussten sich aus Sizilien und anderen nahen kleineren Inseln zurückziehen und hohe Reparationen zahlen.

Karthago

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Karthago (römische Namensform) ist eine (der Legende nach von Königin Dido) 814 v. Chr. von den Phöniziern an der Maghreb-Küste mit dem Namen Karth Hadasht (Neue Stadt) gegründete Stadt, die im heutigen Tunesien liegt. Karthago wuchs rasch zur bedeutendsten phönizischen Stadt und zum wichtigsten Seehafen und Handelszentrum des Mittelmeerraumes an. Karthago war in erster Linie Seenation. Herodot berichtet, Karthager sollen sogar im Auftrag des ägyptischen Pharaos Necho (um 600 v. Chr.) um Afrika herumgesegelt sein. Der karthagische Admiral Hanno segelte im 6. Jahrhundert v. Chr. bis in das äquatoriale Afrika, gründete Kolonien in Marokko und hinterließ einen detaillierten Reisebericht, in dem erstmals Gorillas erwähnt sind.

Der Karthager Himilkon segelte um 480 nach Britannien. Die karthagische Kriegsflotte beherrschte das westliche Mittelmeer. Die Römer fürchteten die schnellen, seetüchtigen und gut bewaffneten karthagischen Kriegsschiffe, die die Griechen Penteren und die Römer Quinquiremen nannten. Erst als eine karthagische Flotte vor Italien strandete, konnten die Römer durch Nachbau der karthagischen Schiffe technologisch gleichziehen. Da die Römer zugleich die Schiffe mit Enterbrücken ausrüsteten und mit Fußsoldaten bemannten, waren sie im Kampf den Karthagern dann sogar überlegen. Von Karthago aus gründeten die Phönizier zahlreiche Kolonien im westlichen Afrika und in Spanien.

Cadiz wurde erobert, Malaga und andere Städte an der Südostküste Spaniens gegründet. Mit der Eroberung bis dahin griechischer Gebiete auf Korsika und Sardinien - Karthago hatte sich mit den Etruskern verbündet - um 535 v. Chr. gewann die karthagische Expansion eine neue Dimension, Karthago war vor den Toren Roms. Mit der Expansion Roms mussten beide Staaten aufeinanderprallen. Sizilien wurde zum ersten Zankapfel. Der Konflikt mit dem römischen Reich wird in drei großen Kriegen ausgetragen, die Punische Kriege genannt werden. Die bekanntesten karthagischen Feldherren waren Hamilkar, Hannibal und Hasdrubal.

Karthago wurde 146 v. Chr. zerstört, bald aber von den Römern wieder aufgebaut - die geographische Lage war viel zu vorteilhaft, um sie brach liegen zu lassen. So wuchs Karthago auch als römische Stadt zu erheblicher Bedeutung heran. Auch das römische Karthago war wieder Handels- und Militärzentrum, insbesondere für die römische Flotte. Recht früh für die Verhältnisse des römischen Reiches entstand in Karthago eine umfangreiche christliche Gemeinde. Karthago wurde Bischofssitz. Der Heilige Augustinus von Hippo wurde hier erzogen. Im 5. und 6. Jahrhundert wurde Karthago Hauptstadt des Vandalenreiches, bevor es 533 n.Chr. vom Oströmischen Reich unter Kaiser Justinian I. zurückerobert wurde.

Iberer

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Die Iberer waren eine Volks- oder Stammesgruppe, die die Iberische Halbinsel, zeitweise auch Gebiete außerhalb, zeitweise nur Teile derselben, bewohnten. Die Iberer gelten nicht als Indoeuropäer, und hatten demnach auch eine Sprache, die keiner der Indoeuropäischen Sprachen ähnelt. Vermutungen, sie seien als Volk oder Sprachgruppe mit den Basken verwandt, haben sich bislang nicht erhärten lassen.

Zum Ursprung der Iberer gibt es eine Reihe von Vermutungen: Eine Meinung ist, sie seien von Nordafrika eingewandert, eine andere Ansicht betrachtet sie als Teil der Ureinwohner Europas. Die Iberer traten etwa 1000 v. Chr. erstmals in Erscheinung, und hatten seit 800 v. Chr. mit den Phöniziern und Griechen Handelskontakte, bei denen das auf der Iberischen Halbinsel vorkommende Silber ein begehrtes Produkt war. Diese bis ins 5. vorchristliche Jahrhundert reichende Periode des Handels stellt gleichzeitig die Blütezeit der iberischen Kultur dar.

Sie ist durch zahlreiche archäologische Funde nachgewiesen. (siehe etwa die Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland [1]) Man unterscheidet die Ligurer und die eigentlichen Iberer. Erstere sind aus dem Westen der Iberischen Halbinsel bekannt, letztere siedelten im Süden und Osten der Iberischen Halbinsel sowie in Gallien. Im 5. und 4. vorchristlichen Jahrhundert wanderten Kelten nach Westen, und verdrängten die Ligurer, während die Iberer im heutigen Spanien ihre Eigenständigkeit bewahrten oder sich mit ihnen vermischten (Keltiberer).

Aus dieser Zeit stammen die Stammeseinteilungen in Keltiberer, Lusitaner (heutiges Portugal), Asturer und Cantabrer (Nord-West-Spanien) sowie Turdetaner (bei Tartessos). Danach treten die Iberer zur Zeit der Punischen Kriege ins Weltgeschehen, als sie erst von Karthago, dann vom römischen Reich militärisch bedrängt und letztendlich besetzt werden. Die folgende Romanisierung bedeutete das Ende einer eigenständigen Kultur oder Politik. Nach dem Untergang des römischen Reiches endet mit dem Einfall der Wandalen (406), der Westgoten (415) und schließlich der Araber (712) die Epoche der Iberer endgültig.

Francisco Franco

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Francisco Franco Bahamonde (vollständiger Name: Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo) , (* 4. Dezember 1892 im galicischen El Ferrol, † 20. November 1975 in Madrid) als Sohn des Marineoffiziers Nicolás Franco und dessen Frau María del Pilar Bahamonde y Pardo de Andrade. Franco war in der Zeit von 1939 bis zu seinem Tode Staatschef von Spanien. Er regiert das Land nach dem Sieg der Falange im Spanischen Bürgerkrieg bis zu seinem Tode diktatorisch. Franco wurde in Spanien als “el Caudillo” (”Der Führer”) bezeichnet.

In Anlehnung an diesen Titel wurde seine Geburtsstadt Ferrol von 1938 bis 1982 El Ferrol del Caudillo genannt. Franco wird im Allgemeinen als der letzte europäische faschistische Diktator gesehen. Im Alter von 15 Jahren trat Franco im Jahr 1907 in die Militärakademie in Toledo ein. Im Jahr 1910 wurde Franco nach Spanisch-Marokko versetzt um im dortigen Kolonialkrieg eingesetzt zu werden. Franco beteiligte sich unter anderem an der Niederschlagung eines Aufstandes der als Rifkabylen bezeichneten im Rifatlas lebenden Berberstämme. Für sein Leistungen im Marokko-Krieg wurde Franco im Alter von 23 Jahren von König Alfons XIII (Alfonso XIII) zum jüngsten Major der spanischen Armee ernannt. Dies war der Ausgangspunkt einer steilen Karriere im spanischen Militär.

Im Jahr 1922 wurde Franco zum Kommandeur der spanischen Fremdenlegion ernannt. Ein Jahr später heiratete er seine Frau Carmen Polo Meléndez Valdés, mit der er eine Tochter hat. 1926 wurde Franco zum jüngsten General einer europäischen Armee und nach dem Ende des Krieges in Spanisch-Marokko im Jahr 1927 zum Leiter der Obersten Militärakademie in Zaragoza ernannt. Mit der Zweiten Republik in Spanien im Jahr 1931 kam die Schließung der von Franco geleiteten Militärakademie. Franco wird nacheinander zum Militärgouverneur in La Coruna und auf den Balearen. In Jahr 1934 schlug er als Kommandeur der Fremdenlegion einen großen Arbeiteraufstand in Asturien nieder, der sich gegen die neue rechtskonservative Regierung Spaniens richtete. Infolge seines kompromißloses Vorgehens gegen die Aufständischen erhält Franco Anerkennung in rechten politischen Kreisen.

In der Folge wurde Franco 1935 zum Oberbefehlshaber der spanischen Armee in Marokko ernannt. Im Juli 1936 kam es in Marokko zu einer Militärrevolte nationalistischer Kräfte, die sofort auf das Mutterland übergriff und zum Spanischen Bürgerkrieges führte. Die Führer des Aufstandes bildeten eine Junta, die Franco am 1. Oktober 1936 zum Chef der nationalspanischen Regierung und des von den Aufständischen kontrollierten Teils des spanischen Staates beriefen und ihn zum Generalissimus (Generalísimo) ernannten. Im November 1936 wurde seine Regierung von Deutschland und Italien anerkannt und von diesen sowohl politisch als auch militärisch unterstützt.

Ziel am Anfang seiner Regentschaft war zunächst der Sieg über die Spanische Republik. Mit dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges am 1. April 1939 etablierte Franco sukzessive seine Machtbasis und ging gegen seine politischen Gegner mit äußerster Härte vor. Franco bzw. den Führern der von ihm angeführten nationalen Bewegung werden im Nachgang zum Spanischen Bürgerkrieg umfangreiche politisch motivierte Verbrechen vorgeworfen (u.a. Folter und Ermordung von politischen Gegnern).

Das Regime, das Franco ab 1939 aufbaute beruhte auf der engen Verbindung von traditionell konservativen Vorstellungen mit faschistischen Prinzipien, letztere wurden v. a. vom poltischen Arm, der Falange, verfochten. Demokratische und regionalistische Tendenzen (v.a. im Baskenland und Katalonien) wurden unterdrückt. Während des 2. Weltkrieges hat Franco eine neutrale Position Spaniens gegenüber den Kriegparteien bezogen. Allerdings hegte er zweifelsohne Sympathien für die Achsenmächte. Die einzige nennenswerte militärische Unterstützung der Achsenmächte Deutschland und Italien bestand in der, eher symbolisch bedeutsamen, Bereitstellung der Blauen Division (División Azul) an der Ostfront.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sah sich Franco einer insbesondere von den USA und Großbritannien forcierten Isolierung gegenüber. Diese Situation änderte sich erst mit dem Kalten Krieg, der vor allem die die USA dazu bewog intensivere, auch militärische Kontakte zu Spanien zu suchen. Initialzündung für den Aufbau von US-Militärbasen auf spanischen Gebiet war vor allem der Spanien-Besuch von Präsident Eisenhower im Jahr 1953.

In den 1960er Jahren sah sich Franco sowohl mit einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung als auch zunehmenden sozialen und politischen Spannungen konfrontiert. Dank eines hohen Rückhaltes im Militär, aber auch in der bedeutenden katholischen Kirche des Landes, gelang es Franco die Situation politisch unbeschadet zu überstehen. Für die Nachfolge Francos war bereits 1947 die Wiedereinführung der Monarchie vorgesehen worden. Franco setzt 1969 fest, dass Juan Carlos de Borbón, der Enkel Alfons XIII., nach seinem Tod der Regierung als König vorsitzen solle. Mit dem Tod Francos am 20. November 1975 war die Restauration der Monarchie in Spanien somit bereits vorgezeichnet.

Philipp V

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Philipp V. (*19. Dezember 1683 in Versailles; † 9. Juli 1746 in Madrid) war König von Spanien. Philipp V. wurde am 19. Dezember 1683 in Versailles als zweiter Sohn vom Dauphin Ludwig von Frankreich und dessen Gemahlin Maria Anna von Bayern geboren. Er wurde 1700 König von Spanien und regierte bis 1724. 1724 dankte er zu Gunsten seines ältesten Sohnes Ludwig I. Philipp ab. Da der aber schon im gleichen Jahr starb regierte Philipp V. von 1724 bis zu seinem Tode 1746 weiter.

Am 2. November 1701 heiratete er in Figueras Maria Luisa von Savoyen, mit der er diese Söhne hatte: Ludwig I. Philipp (*25. August 1707, † 31. August 1724) Philipp Ludwig (*7. Juli 1709, † 8. Juli 1709) Philipp Peter (*7. Juni 1712, † 29. Dezember 1719) Ferdinand VI. (*23. September 1713, † 10. August 1759),

In zweiter Ehe vermählte er sich am 24. Dezember 1714 in Guadalajara mit Elisabeth Farnese, die ihm folgende Kinder schenkte: Karl III. (*20. Januar 1716, † 14. Dezember 1788) Franz (*21. März 1717, † 21. April 1717) Maria Anna (*31. März 1718, † 15. Januar 1781) Philipp (*15. März 1720, † 18. Juli 1765) Maria Teresa (*11. Juni 1726, † 22. Juli 1746) Ludwig Anton (*25. Juli 1727, † 7. August 1785) Maria Antonia (*17. November 1739, † 19. September 1785) Phillip V. starb am 9. Juli 1746 in Madrid.

Spanischer Erbfolgekrieg

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Friedensschluss

Als Philipp V. am 5. November 1712 auf die Erbfolge in Frankreich für sich und seine Nachkommen feierlichst verzichtete und diese Urkunde von Ludwig XIV. bestätigt, also eine Union Spaniens mit Frankreich für die Zukunft verhindert wurde, schlossen England und bald auch die Niederlande mit Frankreich Waffenstillstand, dem am 11. April 1713 der förmliche Abschluss des Friedens zu Utrecht folgte, dem auch Portugal, Savoyen und Preußen beitraten: Kaiser und Reich weigerten sich, ihn anzuerkennen.

Die Bedingungen dieses Friedens waren folgende: Philipp V. erhält Spanien mit den außereuropäischen Besitzungen, welches aber nie mit Frankreich vereinigt werden darf; Frankreich erkennt die Thronfolge in England an und tritt an dieses die Hudsonbailänder, Neufundland und Neuschottland ab; von Spanien erhält England Gibraltar und Menorca sowie beträchtliche Handelsvorteile im spanischen Amerika, Preußen bekommt das Oberquartier von Geldern und Neuchâtel mit Valangin, Savoyen, eine Anzahl Grenzfestungen und die Insel Sizilien, Holland die so genannten Barrierefestungen und einen günstigen Handelsvertrag.

So von den Verbündeten verlassen, konnten der Kaiser und Prinz Eugen nichts mehr ausrichten, zumal die Reichsfürsten sich sehr saumselig und unzuverlässig zeigten. Der Marschall Villars nahm am 20. August 1713 Landau, brandschatzte die Pfalz und Baden und eroberte 16. November Freiburg im Breisgau, worauf er Eugen Friedensunterhandlungen anbot, welche auch am 26. November 1713 zu Rastatt eröffnet wurden. Am 7. März 1714 wurde der Friede zwischen Frankreich und dem Kaiser zu Rastatt abgeschlossen.

Um auch das Deutsche Reich in den Frieden aufzunehmen, fand ein Kongress zu Baden im Aargau statt, wo der Rastatter Friede mit wenigen Änderungen am 7. September 1714 angenommen wurde. Hiernach bekam der Kaiser die spanischen Niederlande, Neapel, Mailand, Mantua und Sardinien; Frankreich behielt von seinen Eroberungen nur Landau; die Kurfürsten von Bayern und Köln wurden in ihre Länder und Würden wieder eingesetzt. Vergeblich verwendete sich der Kaiser für die treuen Katalonier, welche sich Philipp V. nicht unterwerfen wollten; seine Bemühungen waren fruchtlos, Barcelona wurde am 11. September 1714 von dem Marschall von Berwick erobert, und die Katalonier verloren ihre alten Vorrechte und ständischen Freiheiten.

Ferdinand II.

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Ferdinand II., der Katholische (* 10. März 1452 in Sos; † 23. Jänner 1516 in Madrigalejo) war König von Aragonien 1479-1516. Er war der Sohn von Johann II. von Aragón und dessen zweiter Gemahlin Johanna Enriquez. Am 19. Oktober 1469 heiratete er Isabella I von Kastilien, und war somit ab 1474 auch König von Kastilien und León, als solcher wird er als Ferdinand V. gezählt. Er war seit 1468 auch König von Sizilien (als Ferdinand II.) und seit 1504 auch König von Neapel (als Ferdinand III.). Mit Isabella I hatte er die Kinder Isabella (1. Oktober 1470-23. August 1498), Johann (28. Juni 1478-4. Oktober 1497), Johann I. (6. November 1479-13. April 1555), Maria (29. Juni 1482-7. März 1517) und Katharina (15. Dezember 1585-7. Januar 1536). In zweiter Ehe heiratete er 1506 Germaine von Foix, die ihm den Sohn Johann (3. Mai 1509-3. Mai 1509), schenkte.

Ferdinand II war auch Vater der unehelichen Kinder Alfons, Johanna, Maria und Maria. Durch seine Heirat mit Isabella, der Thronerbin von Kastilien wurden die beiden Königreiche vereinigt, dies wurde nach Ferdinands Tod auch de jure vollzogen und das Königreich Spanien wurde gegründet. Das Jahr 1492 brachte für Spanien zwei bedeutende Wendungen: die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, der im Auftrag des Königspaares segelte und die Eroberung des Königreiches Granada, mit dem der letzte maurische Staat auf der iberischen Halbinsel verschwand. Er und Isabella waren als die katholischen Könige bekannt, da sie in vorher nicht gekannter Schärfe und Brutalität gegen Juden und Moslems vorgingen.

1492 wurden alle Nicht-Katholiken von der iberischen Halbinsel vertrieben, was wirtschaftlich und künstlerisch einen großen Aderlass bedeutete. Am 21. August 1496 kam es zu einer Doppelhochzeit: Johanna, die Tochter des Königspaares heiratete den Habsburger Philipp den Schönen, während der Thronfolger Johann Margarethe von Österreich heiratete. Da Johann kurz darauf verstarb, war Philipp nun der Thronerbe Kastiliens, seine Regentschaft trat er 1504 an, verstarb aber schon 1506. Da die nunmehrige Thronerbin Johanna aber aufgrund ihres Wahnsinns regierungsunfähig war, übernahm Ferdinand die Regentschaft Spaniens bis zu seinem Tod. Seine zweite Ehe mit Germaine von Foix gab ihm den Vorwand, das Königreich Navarra südlich der Pyrenäen zu erobern, was bis 1512 abgeschlossen war.

Demokratie

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1978 nahm die spanische Bevölkerung mit 88%iger Mehrheit die Verfassung an, die Spanien zu einer parlamentarischen Monarchie machte. Erster Ministerpräsident des demokratischen Spanien wurde Adolfo Suárez. 1981 führten Armeeeinheiten unter General Milans del Bosch und Verbände der Guardia Civil unter Oberst Antonio Tejero einen Putschversuch durch. Tejero stürmte das Parlament, wo Leopoldo Calvo Sotelo gerade zum Regierungschef gewählt werden sollte. Die Mitglieder des Parlaments wurden als Geiseln gehalten, doch mit Unterstützung des Königs konnte der Staatsstreich vereitelt werden. Spanien wurde 1986 in die Europäische Union aufgenommen, 1992 fanden in Barcelona die Olympischen Sommerspiele statt und 2001 übernahm das Land den Euro als neue Währung.

Diktatur von Franco

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Während des Zweiten Weltkriegs blieb Spanien wieder neutral, litt jedoch noch unter den Folgen des Spanischen Bürgerkriegs. Der als Sieger aus den Wirren entstiegene Francisco Franco herrschte bis zu seinem Tod am 20. November 1975, als König Juan Carlos I. die Verantwortung über Spanien übernahm. Die letzten Monaten vor Francos Tod lähmten das Land durch die Besetzung der Westsahara durch den König von Marokko und die Unabhängigkeit Äquatorialguineas. Spanien verlor seine letzten kolonialen Besitzungen.

Spanischer Bürgerkrieg

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Soziale Revolution

In den von Anarchisten kontrollierten Gebieten (Aragón, Katalonien) fand, zusätzlich zu den militärischen Erfolgen, eine umfangreiche soziale Revolution statt. Arbeiter und Landarbeiter kollektivierten Landbesitz und Industrie und setzten Räte ein - parallel zur (nicht funktionierenden) Regierung. Sowohl die Kommunisten als auch die demokratischen Parteien waren gegen diese Revolution.

Mit dem Fortschreiten des Krieges gelang es der Regierung und den Kommunisten über ihren Zugang zu sowjetischen Waffen die Kontrolle über die kriegswichtige Produktion zurückzuerlangen. Dies geschah sowohl diplomatisch als auch mit Gewalt. Während der berüchtigten Maitage 1937 töteten hunderte oder tausende antifaschistischer Kämpfer einander beim Kampf um die Kontrolle strategischer Punkte in Barcelona. Schlüsselfigur der Anarchisten war der Metallarbeiter Buenaventura Durruti.

Spanischer Bürgerkrieg

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1939

Die Nationalisten eroberten innerhalb kürzester Zeit Katalonien während der ersten zwei Monate des Jahres 1939. Tarragona fiel am 14. Januar Barcelona am 26. Januar und Girona am 5. Februar. Fünf Tage danach wurde der letzte Widerstand in Katalonien gebrochen. Am 27. Februar erkannten die Regierungen von Großbritannien und Frankreich das Francoregime widerstrebend an.

Nur noch Madrid und einige andere Hochburgen verblieben den Regierungskräften. Am 28. März fiel Madrid, mit Hilfe von Franco-freundlichen Kräften (die berüchtigte “fünfte Kolonne”), an Franco. Am folgenden Tag gab Valencia ebenfalls auf, das fast 2 Jahre unter dem Beschuss der Nationalisten ausgehalten hatte. Als die letzten republikanischen Kräfte aufgegeben hatten, verkündete Franco am 1. April den Sieg.

Spanischer Bürgerkrieg

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Der Krieg: 1938

Während des Januar und Februar kämpften die beiden Parteien um den Besitz der Stadt Teruel, wobei die Nationalisten sie ab dem 22. Februar endgültig halten konnten. Am 14. April brachen die Nationalisten zum Mittelmeer durch und spalteten das Gebiet der Republik in zwei Teile. Im Mai bat die Regierung um Frieden, doch Franco verlangte die bedingungslose Kapitulation und so ging der Krieg weiter.

Die Regierung begann jetzt eine Großoffensive, um ihre Gebiete wieder miteinander zu verbinden: Die Ebroschlacht begann am 24. Juli und dauerte bis zum 26. November. Die Offensive war ein Misserfolg, legte aber den endgültigen Ausgang des Krieges fest. Acht Tage vor Jahresende schlug Franco zurück, indem er starke Kräfte für eine Invasion Kataloniens aufbot.

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1937

Mit durch die italienischen Truppen und Kolonialtruppen aus Marokko verstärkten Kräften versuchte Franco im Januar und Februar 1937 nochmals Madrid zu erobern, scheiterte jedoch erneut. Malaga wurde am 8. Februar erobert und am 28. April betraten Francos Truppen Guernica, zwei Tage nach der Bombardierung durch die deutsche Luftwaffe. Danach begann aber die Regierung, sich mit steigender Effizienz zu wehren.

Im Mai begann die Regierung eine Kampagne zur Rückeroberung Segovias, um Franco zu zwingen Truppen von der Madridfront abzuziehen und so deren Vormarsch zu stoppen. Mola, Francos stellvertretender Kommandeur, wurde am 3. Juni getötet, und Anfang Juli begann die Regierung sogar eine starke Gegenoffensive im Gebiet von Madrid, die die Nationalisten mit einigen Schwierigkeiten abweisen konnten.

Danach konnte Franco die Initiative zurückerlangen. Er konnte in Aragón eindringen und eroberte die Städte Santander und Gijon. Am 28. August erkannte der Vatikan Franco, unter dem Druck Mussolinis, an, und Ende November ging die Regierung, als die Nationalisten bedrohlich nahe an Valencia herankamen, nach Barcelona.

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1936

Die letzten Hoffnungen auf ein schnelles Ende wurden am 21. Juli, dem 5. Tag des Aufstandes, zerstört, als die Nationalisten die Marinebasis El Ferrol in Nordwestspanien eroberten. Das ermutigte die anderen faschistischen Länder Europas zur Unterstützung Francos, der bereits am Tag zuvor Kontakt zu Deutschland und Italien aufgenommen hatte. Am 26. Juli beschlossen die Achsenmächte den Nationalisten beizustehen.

Die Achsenmächte leisteten Franco von Anfang an finanzielle Hilfe. Seine nationalistischen Kräfte errangen mit der Eroberung Toledos am 27. September einen weiteren wichtigen Sieg. Zwei Tage später erklärte sich Franco selbst zum Generalísimo und Caudillo(Anführer). Die Nationalisten begannen im Oktober eine Großoffensive Richtung Madrid. Der zunehmende Widerstand durch die Regierung und die Ankunft “Freiwilliger” aus der Sowjetunion brachte den Vormarsch aber am 8. November zum Stehen.

Inzwischen hatte sich die Regierung am 6. November von Madrid, heraus aus der Kampfzone, nach Valencia zurückgezogen. Die Achsenmächte erkannten das Francoregime am 18. November offiziell an und am 23. Dezember schickte Italien eigene “Freiwillige”, um für die Nationalisten zu kämpfen.

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Kriegsparteien

Den Aufständischen standen die Regierung (mit loyal gebliebenen Truppen) sowie sozialistische, kommunistische und anarchistische Gruppen gegenüber. Die europäischen Mächte wie Großbritannien und Frankreich waren offiziell neutral, verhängten aber trotzdem ein Waffenembargo gegen Spanien und hemmten aktiv das antifaschistische Engagement ihrer Bevölkerung. Sowohl das faschistische Italien unter Benito Mussolini als auch Nazideutschland verletzten das Embargo, schickten Truppen und Waffen zur Unterstützung Francos.

Die Antifaschisten erhielten begrenzt Unterstützung durch die Sowjetunion sowie von unterschiedlichsten idealistischen Freiwilligen aus vielen Ländern, zusammen als Internationale Brigaden bekannt. Die amerikanischen Freiwilligen bildeten die Abraham-Lincoln-Brigade, die Kanadier das Mackenzie-Papineau Battalion (die “Mac-Paps”). Unter den bekannteren Ausländern waren Ernest Hemingway und George Orwell, der seine Erfahrungen in Mein Katalonien (Homage to Catalonia) beschrieb. Der Roman Wem die Stunde schlägt (For Whom the Bell Tolls) von Hemingway wurde angeregt durch seine Erlebnisse in Spanien. Egon Erwin Kisch schrieb eine Reihe von Reportagen; Bertolt Brecht “Die Gewehre der Frau Carrar”. Der Fotograf Robert Capa dokumentierte den Kampf der Antifaschisten gegen die Falange. Norman Bethune erlernte hier die Behandlung von Kriegsverletzungen.

Nazideutschland nutzte den Krieg auch als Testfeld für eine neue Strategie, den Blitzkrieg, um die Vorteile von schnelleren Panzern und Flugzeugen, die um diese Zeit verfügbar wurden, ausnutzen zu können. Der spanische Bürgerkrieg war auch das erste Beispiel eines totalen Krieges, wobei das Bombardement Guernicas durch die deutsche Luftwaffe Ereignisse des 2. Weltkrieges vorausahnen ließ

Spanischer Bürgerkrieg

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Am 17. Juli 1936 begann ein konservativer Militäraufstand gegen die kurz zuvor gewählte Volksfrontregierung Spaniens. Der Aufstand war nicht nur ein Militärputsch, sondern er enthielt umfangreiche zivile Komponenten (span. Klerus, Adel, Royalisten und große Teile der Bourgeoisie).

Die Aufständischen, unterstützt von einem Heer marokkanischer Söldner, hofften, schnell die Kontrolle über die Hauptstadt Madrid und alle wichtigen Städte zu erlangen. In der Tat errang die so genannte Falange bald die Kontrolle über die Städte Sevilla, Cádiz, Jerez de la Frontera, Córdoba, Zaragoza, Oviedo sowie über Galicien und Navarra; sie scheiterten jedoch in Madrid und Barcelona. Deshalb folgte ein sich hinziehender Bürgerkrieg.

Anführer des Aufstandes war Francisco Franco Bahamonde, seit 1933 Befehlshaber der gesamten spanischen Armee und bereits als pro-faschistisch bekannt, und unterstützt durch die rechtsgerichteten Generäle Mola and José Sanjurjo. Am 19. Juli flog Franco nach Spanisch-Marokko und übernahm dort das Kommando. Am nächsten Tag kam Sanjurjo bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Für die verbleibende Zeit des Krieges war Franco faktisch Befehlshaber über alle Nationalisten.

Annual und Miguel Primo de Rivera

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Die Mishandlung der Maurischen Bevölkerung in Marokko führte 1921 zu einem Aufstand durch Abd el-Krim in Annual und dem Verlust aller nordafrikanischen Besitzungen bis auf die Enklaven von Ceuta und Melilla. Um sich der Verantwortung zu entziehen, entschied König Alfons XIII. 1923, einer Diktatur von General Miguel Primo de Rivera zuzustimmen.

Die Diktatur von Primo de Rivera brach 1930 zusammen. Wegen der Verwicklungen des Königs in die Diktatur stimmte die Bevölkerung für Wahlen im April 1931, die zur Ausrufung der 2. Republik führten, worauf der König das Land verlies, ohne jedoch auf den Thron zu verzichten. Das erste Mal hatten Frauen an der Wahl teilnehmen dürfen und dem Baskenland und Katalonien wurden Autonomierechte gewährt.

Isabella II

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Isabella II. war die ältere Tochter des Königs Ferdinand VII. und dessen vierter Gemahlin, Maria Christine von Sizilien. Sie folgte am 29. September 1833 ihrem Vater, der am 29. März 1830 durch Aufhebung des so genannten Salischen Gesetzes die alte kastilische kognatische Erbfolge wiederhergestellt hatte, unter Vormundschaft ihrer Mutter auf dem Thron. Gegen die Empörung der Anhänger des von der Thronfolge ausgeschlossenen Don Karlos, der Karlisten, sicherte die Königin-Mutter Christine durch ihre Verbindung mit den liberalen Parteien ihrer Tochter den Thron; musste sie auch selbst 1840 Spanien verlassen, so blieb sie unter der Regentschaft Esparteros doch Königin von Spanien.

Sie wurde am 8. November 1843 durch Beschluss der Cortes für mündig erklärt. Die Frage ihrer Verheiratung war eine europäische Angelegenheit, weil Ludwig Philipp von Frankreich es so einzurichten wünschte, dass seine Dynastie in Spanien zur Herrschaft gelange, während England dagegen Einspruch erhob. Isabella vermählte sich am 10. Oktober 1846 mit ihrem Vetter Franz d’Assisi Maria Ferdinand, dem Sohn des Infanten Franz de Paula, einem kränklichen Mann, wobei zugleich die Vermählung ihrer Schwester mit dem Sohn Ludwig Philipps, dem Herzog von Montpensier, beschlossen ward: da man aus der königlichen Ehe keine Kinder erwartete, schien die französische Absicht erreicht.

Wider Erwarten aber gebar die Königin eine Anzahl von Kindern: Ferdinand (*11. Juli 1850; † 11. Juli 1850); Maria Isabella Franziska (* 20. Dezember 1851), seit 1871 Witwe des Grafen von Girgenti; Maria Christina (*5. Januar 1854; † 8. Januar 1854); Alfons Franz, Prinz von Asturien (* 28. November 1857; † 25. November 1885 als König Alfons XII. von Spanien); Maria de la Conception (*26. Dezember 1859; † 21. Oktober 1861); Maria Berenguela (* 4. Juni 1861, † 5. August 1879); Maria della Paz (23. Juni 1862), seit 1883 Gemahlin des Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern; Eulalia (* 12. Februar 1864), seit 1886 Gemahlin des Prinzen Anton von Montpensier; Franz (*21. Januar 1866; † 14. Februar 1866).

Die Königin lebte, äußerst bigott und beschränkten Geistes, Werken der kirchlichen Frömmigkeit und zugleich sinnlichen Genüssen hingegeben: sie erfreute sich einer Schar wechselnder Liebhaber. In der Regierung ihres Landes war sie von ihrer Umgebung abhängig, in welcher zuletzt die Nonne Patrocinio und der Intendant Marfori den meisten Einfluss besaßen. Wiederholte Aufstände änderten wohl die Ministerien, brachten aber keine Besserung der Regierung. Endlich machte im September 1868 eine Erhebung, zu der sich die verschiedensten Parteiführer verbündet hatten, ihrer Herrschaft ein Ende, gerade als sie mit Napoleon III. eine Einmischung in die römische Frage zu gunsten des Papstes verabredet hatte; sie floh nach Frankreich. Der Krone entsagte sie am 25. Juni 1870 zu gunsten ihres Sohns Alfons XII., der 1875 den Thron bestieg. Hierauf kehrte. Isabella nach Spanien zurück und lebt teils dort, teils in Paris wo sie am 9. April 1904 verstarb.

Ferdinand VII

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Die ordentlichen Cortes, die im Januar 1814 ihren Sitz nach Madrid verlegten, erließen, obwohl die Servilen (Konservativen) die Mehrheit hatten, am 3. Februar 1814 eine Einladung an Ferdinand VII., sich nach Madrid zu begeben und die Verfassung von 1812 schwören. Den Vertrag des Königs mit Napoléon Bonaparte (am 13. Dezember 1813 in Valenay abgeschlossen), der seine Herrschaft in Spanien herstellte, aber den französischen Einfluss sicherte, erkannten sie nicht an.

Ferdinand betrat am 24. März 1814 in Gerona den spanischen Boden und nahm am 4. Mai von Valencia aus vom Thron in Besitz, weigerte sich aber, die Verfassung anzuerkennen, nachdem sich General Elio ihm mit 40.000 Mann angeschlossen hatte und ließ am 11. Mai die Cortes durch Truppen auseinander jagen. Dennoch begrüßte ihn das Volk mit Jubel, als er am 14. Mai in Madrid einzog, denn er war als Gegner des verhassten Godoy noch immer populär.

Der König, unwissend, charakterlos, von launischer, feiger Despotenart, ließ sich beherrschen. Jeder Reformversuch, der wegen der Zerrüttung des Staatswesens gebotenen und von den Großmächten dringend angeratenen war, wurde vereitelt. Spanien war daher nicht im Stande, die abgefallenen Kolonien in Amerika wieder zu unterwerfen und verlor seinen ganzen Besitz auf dem Festland von Süd- und Mittelamerika. Florida trat es 1819 für 5 Millionen Dollar freiwillig an die Vereinigten Staaten von Amerika ab.

Die Gewalttätigkeit und der Hochmut der unfähigen Regierung erstickten die frühere Anhänglichkeit an das Königtum, und erbitterte Feindschaft gegen dasselbe oder gleichgültiger Pessimismus traten an ihre Stelle. Besonders in dem durchaus vernachlässigten Heer wuchs die Unzufriedenheit und es kam unter den für die Überfahrt nach Amerika bestimmten Truppen zum Ausbruch: der Oberstleutnant Riego zwang am 1. Januar 1820 den König nach einem Staatsstreich, die liberale Konstitution von 1812 anzuerkennen (Trienio Liberal).

Ein weiterer Staatsstreich durch eine französische Interventionstruppe im Jahr 1823 stellte die absolute Monarchie unter Ferdinand VII. wieder her. Die Verfassung wurde widerrufen und Riego exekutiert (1823-1833, Decada ominosa).

Spanische Unabhängigkeitskrieg

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Der Bruder Napoléons, Joseph, König von Neapel, wurde am 6. Juli im Beisein einer Junta von spanischen und amerikanischen Abgeordneten in Bayonne zum König von Spanien ernannt und hielt, nachdem er und die Junta am 7. Juli auf die neu entworfene Verfassung geschworen hatten, am 20. Juli seinen Einzug in Madrid.

Spanien fühlte sich unter der Fremdherrschaft gedemütigt und akzeptierte die Neuerungen nicht, die Napoléon dem Land bringen wollte. Allein nun nahm der Krieg immer mehr den Charakter des furchtbarsten Volkskampfes an und wurde durch die im September 1808 in Aranjuez errichtete Zentraljunta einheitlich geleitet. Diese beging zwar manche Fehler, griff oft in höchst verkehrter Weise in die Kriegsoperationen ein und setzte tüchtige Generale ab, gab aber durch den Aufruf zum Guerillakrieg (28. Dezember 1808) dem Kampf den für die Franzosen so verderblichen Charakter des kleinen Kriegs. In diesem kamen die Vorzüge der Spanier, verwegener Mut, unbändige Leidenschaftlichkeit und große Ausdauer in Strapazen und Entbehrungen, so Richtig zur Geltung. Die fortwährenden kühnen Unternehmungen der Guerillas rieben die Kräfte der Franzosen auf und entrissen ihnen die Früchte ihrer Siege im offenen Felde.

Zwischendurch drangen die Engländer unter dem Herzog von Wellington in Spanien ein und konnten auch einige Siege erringen, wurden jedoch von nachrückenden französischen Truppen nach Portugal zurückziehen. Im Januar 1810 waren die Franzosen Herren von Andalusien, und nach der Einnahme von Ciudad Rodrigo und Almeida drang im August ein Heer von 80.000 Mann in Portugal ein, um die Engländer zu vertreiben. Die Sache der Spanier schien hoffnungslos verloren. Namentlich die höhern, wohlhabendern Schichten des Volkes schlossen sich immer zahlreicher dem bonapartistischen König an. Die Zentraljunta, deren Unfähigkeit das Missgeschick der spanischen Heere hauptsächlich verschuldet hatte, wurde am 2. Februar 1810 in Cadiz, wohin sie von Sevilla geflüchtet war, zur Abdankung und Einsetzung einer Regentschaft gezwungen, in welcher der Radikalismus die Oberhand bekam. 1812 schaffte die Cortes dort jedoch die erste moderne Verfassung Spaniens, formlos La Pepa genannt.

Die spanischen Truppen wurden jetzt verstärkt, geschult und gut verpflegt und ihre nützliche Verwendung dadurch gesichert, dass die Cortes Wellington, der sich 1811 vor Lissabon lange behauptet hatte, zum Oberbefehlshaber sämtlicher Streitkräfte in Spanien ernannte. Im Januar 1812 eroberte Wellington Ciudad Rodrigo und 7. April Badajoz, schlug am 22. Juli die Franzosen bei Salamanca und zog am 12. August in Madrid ein. Zwar musste er sich vor der Übermacht der bedeutend verstärkten Franzosen aufs Neue an die portugiesische Grenze zurückziehen, und Madrid wurde zum letztenmal von den Franzosen besetzt, die Katastrophe in Russland veränderte aber auch die Lage der Dinge in Spanien. Am 27. Mai 1812 hatte König Joseph Madrid für immer verlassen und sich mit der französischen Armee auf Vittoria zurückgezogen. Hier wurde dieselbe von Wellington am 21. Juni 1813 gänzlich geschlagen. Die Franzosen zogen sich über die Pyrenäen zurück und Wellington rückte am 9. Juli in Frankreich ein. Spaniens Unabhängigkeit war hiermit wieder hergestellt.

Schlacht von Trafalgar

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Am 21. Oktober 1805 besiegte der britische Admiral Horatio Nelson beim Kap von Trafalgar die französisch-spanische Flotte im Zusammenhang des dritten Koalitionskriegs. Diese stand unter dem Kommando des französischen Vizeadmirals Pierre Charles de Villeneuve. Villeneuve hatte von Napoléon den Auftrag erhalten, aus dem unter britischer Blockade stehenden Hafen von Cádiz auszubrechen, um Truppenkontingente nach Süditalien zu bringen.

Die Schlacht endete mit einer verheerenden Niederlage der französisch-spanischen Flotte, von der 20 Schiffe erobert oder zerstört wurden, während auf britischer Seite kein einziges Kampfschiff verloren ging. Nelson fiel in der Schlacht, aber seine Aktion hatte zur Folge, dass Napoléons Invasionspläne endgültig zunichte gemacht wurden.

Spanien während der Revolutionszeit

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Karl IV., ein gutmütiger, aber unfähiger Fürst, wurde ganz beherrscht von seiner klugen und entschlossenen, jedoch sittenlosen Gemahlin Marie Luise von Parma, welche durch Günstlingswirtschaft und Verschwendung die Staatsverwaltung und die Finanzen in Verwirrung brachte und ihrem Geliebten Godoy, dem Friedensfürsten, den herrschenden Einfluss, endlich nach Beseitigung Floridablancas und Arandas im November 1792 auch die oberste Leitung der Staatsgeschäfte verschaffte.

Nachdem Spanien dem Sturz der Bourbonen in Frankreich unthätig zugesehen, wurde es 1793 doch durch die Hinrichtung Ludwigs XVI. und die Insulten des Konvents veranlasst, Frankreich den Krieg zu erklären, welcher mit einer so beispiellosen Unfähigkeit geführt wurde, dass er trotz der Schwäche der Franzosen und trotz der Opferwilligkeit der Nation mit einer feindlichen Invasion in Navarra, den baskischen Provinzen und Aragon endete. Die Gunst der Umstände verschaffte Spanien noch den vorteilhaften Frieden von Basel (22. Juli 1795). Aber es geriet durch denselben in völlige Abhängigkeit von Frankreich, welche der leichtfertige Godoy durch den Vertrag von San Ildefonso (27. Juni 1796) besiegelte.

Derselbe zwang Spanien, das kaum die Kosten des letzten Kriegs hatte aufbringen können, zum Krieg mit England, und gleich die erste Schlacht beim Kap St. Vincent (14. Februar 1797) zeigte die Unbrauchbarkeit der spanischen Flotte. Dazu unternahm Godoy 1801 in französischem Interesse noch einen ruhmlosen Krieg gegen Portugal. Im Frieden von Amiens (23. März 1802) musste Spanien zwar an England bloß Trinidad abtreten, aber seine Herrschaft in den amerikanischen Kolonien war erschüttert und seine Finanzen zerrüttet. Der Fehlschlag der merkantilen und industriellen Revolutionen ließen das Land als Wirtschafts- und Weltmacht hinter Großbritannien, Frankreich und Deutschland zurückfallen.

Trotz dieser Zustände stürzte Godoy durch einen neuen ungünstigen Vertrag mit Frankreich (9. Oktober 1803) das finanziell erschöpfte Spanien in einen Krieg mit England, in welchem bei Finisterre (22. Juli) und bei Trafalgar (20. Oktober 1805) Spaniens letzte Flotte zu Grunde ging. Das Volk ließ dies alles geduldig über sich ergehen und wankte nicht in seiner unbedingten Loyalität, aber die Entrüstung richtete sich gegen den schamlosen Günstling Godoy, der in seiner Verblendung sogar die Hoffnung hegte, Regent von Spanien zu werden oder sich die Königskrone von Südportugal aufs Haupt zu setzen.

Als er, um dies letztere zu erreichen, sich mit Frankreich im Vertrag von Fontainebleau (27. Oktober 1807) zu einem Kriege gegen Portugal verband und Napoleon französische Truppen über die Pyrenäen in Spanien einrücken ließ, kam es 18. März 1808 in Aranjuez zu einer Erhebung des Volkes gegen Godoy. Derselbe wurde gestürzt, und unter dem Eindruck der Wut des erbitterten Volkes ließ sich der König bewegen, am 19. März zu Gunsten seines Sohnes Ferdinand, der noch ein Kind war, abzudanken.

Als Ferdinand VII. hielt dieser am 24. März seinen Einzug in Madrid. Karl IV. nahm aber kurz darauf in einem Schreiben an Napoléon seine Thronentsagung als erzwungen zurück. Der französische Kaiser bat nun die spanische Königsfamilie nach Bayonne, wo Ferdinand nach längerm Sträuben am 5. Mai auf die Krone zu Gunsten seines Vaters verzichtete, dieser aber sofort seine Rechte an Napoléon abtrat

Spanischer Erbfolgekrieg

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Französische Niederlagen

Obwohl die Verbündeten auch auf den übrigen Kriegsschauplätzen 1707 keine großen Erfolge errangen, machte sich in Frankreich die Erschöpfung der Hilfsmittel schon so sehr geltend, dass Ludwig XIV. den Seemächten den Verzicht aus Spanien anbot und nur die italienischen Lande für seinen Enkel beanspruchte. Indes noch war Marlboroughs Einfluss in England maßgebend, überdies hofften die Engländer, Spanien unter Karl III zu ihrem ausschließlichen Nutzen merkantil ausbeuten zu können.

Die Seemächte waren mit Österreich darüber einverstanden, dass man nicht bloß aus dem Erwerb der ganzen spanischen Monarchie für Österreich bestehen, sondern auch die Lage benutzen müsse, um Frankreichs Vorherrschaft für immer zu brechen. Der Erfolg schien dies Vorhaben zu begünstigen. Ein Versuch, den ein starkes französisches Heer unter dem Herzog von Burgund und Vendome 1708 unternahm, um die spanischen Niederlande wiederzuerobern, wurde durch den Sieg Eugens und Marlboroughs bei Oudenaarde (11. Juli) vereitelt und ganz Flandern und Brabant von neuem unterworfen.

Ludwig XIV. war jetzt sogar bereit, aus Grundlage des völligen Verzichts auf Spanien über einen Frieden zu verhandeln. Auch als die Verbündeten die Rückgabe des Elsass mit Straßburg, der Freigrafschaft, der lothringischen Bistümer forderten, war der französische Gesandte im Haag, Torcy, noch zu Unterhandlungen bereit. Erst die Zumutung, seinen Enkel selbst durch französische Truppen aus Spanien vertreiben zu helfen, wies Ludwig XIV. mit Entschiedenheit zurück.

Der Krieg in den Niederlanden wurde wieder ausgenommen; die blutige Schlacht bei Malplaquet (11. September 1709) blieb zwar unentschieden, die furchtbaren Verluste der Franzosen in derselben erschöpften aber ihre Kräfte. Gleichzeitig siegte in Spanien der österreichische General Starhemberg bei Almenara am 27. Juli und Saragossa am 20. August, und Karl zog am 28. September in Madrid ein.

Da, als Frankreichs Niederlage unabwendbar schien, als der Übermut der Verbündeten keine Grenzen mehr kannte, traten unerwartete Ereignisse ein, welche einen Umschwung zugunsten Ludwigs XIV. zur Folge hatten. Am 10. Dezember 1710 errang Vendôme einen glänzenden Sieg über Starhemberg bei Villa Viciosa. Wichtiger war noch, dass in England das Whigministerium durch ein Toryministerium verdrängt wurde, welches den Frieden möglichst rasch herzustellen wünschte, und dass am 17. April 1711 Kaiser Joseph I. starb. Da nun dessen Bruder, der Prätendent für Spanien, als Karl VI. Kaiser wurde, so fürchteten die anderen Mächte, das Haus Habsburg möchte durch die Vereinigung Österreichs mit Spanien zu mächtig werden.

Zunächst knüpften die Engländer mit Ludwig XIV. geheime Unterhandlungen an. Am 8. Oktober 1711 wurden die Präliminarien zu London unterzeichnet und trotz aller Gegenbemühungen des Kaisers am 29. Januar 1712 der Friedenskongress zu Utrecht eröffnet. Marlborough wurde durch den Grafen Ormond, einen eifrigen Jakobiten, ersetzt, und dieser gewährte dem Prinzen Eugen nicht die nötige Unterstützung, so dass der Marschall Villars bei Denain am 27. Juli 1712 wieder einige Erfolge über Eugen und die Holländer davontrug.

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Kriegsbeginn

Der Krieg wurde 1701 durch den kaiserlichen Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen in Italien eröffnet. Eugen schlug Catinat am 9. Juli bei Carpi, den an Catinats Stelle getretenen unfähigen Villeroi am 1. September bei Chiari und nahm am 1. Februar 1702 den letzteren durch einen Überfall in Cremona gefangen. Dem neuen französischen Feldherrn Vendôme gelang es indes, die Fortschritte der Kaiserlichen in Italien zu hemmen, auch nachdem 1703 der Herzog von Savoyen auf die Seite des Kaisers übergetreten war.

Am Niederrhein behauptete inzwischen der große englische Feldherr Marlborough die Oberhand gegen die Franzosen: Er eroberte die Festungen an der Maas und das ganze Kurfürstentum Köln. Am oberen Rhein hatte der Prinz Ludwig von Baden, dem der Marschall Villars gegenüberstand, am 9. September 1702 Landau in der Pfalz erobert und Villars, der bei Hüningen über den Rhein ging, zum Rückzug genötigt; aber 1703 eroberten die Franzosen Breisach (7. September) und Landau in der Pfalz (17. November); ferner vereinigte sich am 12. Mai 1703 der Kurfürst von Bayern bei Tuttlingen mit Villars, und beide drangen in Tirol ein. Zwar wurden sie durch die Erhebung der Tiroler unter großem Verlust wieder zurückgetrieben; aber da der ungeschickte österreichische General Styrum sich am 20. September bei Höchstädt schlagen ließ und am 13. Dezember Augsburg sich ergeben musste, so endete der Feldzug für die Verbündeten im ganzen nicht günstig.

Landau und Breisach gingen wieder an die Franzosen verloren. Auch fiel Anfang 1704 Nassau in die Hände des Kurfürsten, und der Kaiser, der gleichzeitig einen Aufstand in Ungarn zu bekämpfen hatte, sah sich schon in seinen Erblanden bedroht. Da trat 1704 die entscheidende Wendung ein. Prinz Eugen, den der Kaiser an die Spitze des Hofkriegsrats gestellt hatte, fasste den Plan, durch einen kombinierten Angriff der beiden verbündeten Heere die bayerisch-französische Macht zu vernichten. Marlborough ging bereitwilligst auf diesen Plan ein und zog in Eilmärschen vom Niederrhein nach Schwaben.

Markgraf Ludwig und er vereinigten ihre Truppen bei Ulm, nötigten durch Wegnahme der Verschanzungen auf dem Schellenberg bei Donauwörth (2. Juli) den Kurfürsten und den französischen General Marsin zum Rückzug nach Augsburg, und nachdem einerseits Tallard sich mit letzterem, anderseits Eugen sich mit Marlborough vereinigt hatte (während der Markgraf von Baden Ingolstadt belagerte), erlitt am 13. August 1704 das französisch-bayerische Heer bei Höchstädt (Blenheim) eine entscheidende Niederlage und verlor gegen 30,000 Mann an Toten und Verwundeten; Tallard selbst und 15,000 Mann wurden gefangen. Der Kurfürst musste flüchten.

Als Leopold I. am 5. Mai 1705 starb, setzte sein Sohn Joseph I. den Kampf mit Energie fort. Er beschwichtigte den ungarischen Aufstand, erwirkte die Achtserklärung gegen die beiden wittelsbachischen Kurfürsten und bemächtigte sich nach blutiger Unterdrückung einer Volkserhebung der bayerischen Lande. Am 23. Mai 1706 erfocht Marlborough bei Ramillies einen glänzenden Sieg über die Franzosen unter Villeroi, besetzte Löwen, Mecheln, Brüssel, Gent und Brügge und ließ überall Karl III. als König ausrufen. Als infolge dieser Niederlage Vendome aus Italien nach den Niederlanden berufen wurde, erhielt dadurch Eugen die Möglichkeit, von Verona aus dem von den Franzosen belagerten Turin zu Hilfe zu eilen und nach feiner Vereinigung mit dem Herzog von Savoyen den vereinigten französischen Generalen Marsin, Herzog von Orleans und La Feuillade am 7. September vor Turin eine gänzliche Niederlage beizubringen, infolge deren die Franzosen gemäß der so genannten Generalkapitulation vom 13. März 1707 ganz Italien räumen mussten.

Nur am Oberrhein gelang es Villars, nach dem Tode des Markgrafen Ludwig (Januar 1707) die von den Reichstruppen besetzten Stollhofener Linien zu durchbrechen und das südwestliche Deutschland brandschatzend zu durchziehen. Selbst in Spanien, wo die überwiegende Mehrheit der Nation dem bourbonischen König Philipp V. anhing, gelang es dem habsburgischen Prätendenten, vorübergehende Erfolge zu erringen.

Gleich im Anfang des Kriegs wurde von den Engländern und Holländern eine im Hafen von Vigo liegende spanische Flotte zerstört; 1703 trat König Dom Pedro II von Portugal dem großen Bündnis bei, und 1704 erschien Erzherzog Karl in Spanien, während die Engländer (3. August 1704) Gibraltar eroberten. Wirklich gelang es Karl, 1705 sich zum Herrn von Valencia, Katalonien und Aragonien zu machen; 2. Juli 1706 wurde sogar Madrid von einem vereinigten englisch-portugiesischen Heer unter Galloway und Las Minas besetzt; allein da den Operationen der Verbündeten der Zusammenhang fehlte, so waren diese Erfolge nicht von Dauer, Madrid ging bald wieder verloren, und nach dem Sieg des Marschalls Berwick über das englisch-portugiesische Heer bei Almanza (25. April 1707) fielen auch die südlichen Provinzen in die Hände Philipps V.

Spanischer Erbfolgekrieg

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Da mit dem Tode des kinderlosen Königs Karl II. von Spanien das Erlöschen des habsburgischen Stammes in diesem Land in Aussicht stand, so war die spanische Thronfolge ein Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit für die europäische Diplomatie bereits seit der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Von drei Seiten wurden Ansprüche auf die Nachfolge erhoben:

  • Ludwig XIV. von Frankreich, welcher bereits 1667 die spanischen Niederlande als Erbe seiner Gemahlin in seinen Besitz zu bringen versucht hatte, verlangte den Thron für seinen Enkel Philipp von Anjou, den zweiten Sohn des Dauphin, weil er (Ludwig XIV.) ein Sohn der spanischen Infantin Anna von Österreich, Tochter Philipps III. von Spanien, und seine Gemahlin die älteste Tochter des spanischen Königs Philipp IV. war,
  • Kaiser Leopold I., ebenfalls Enkel Philipps III. und Gemahl der jüngeren Tochter Philipps IV. Margareta-Theresia stützte seine Ansprüche für seinen zweiten Sohn, Karl, teils auf diese verwandtschaftlichen Beziehungen, welche denen Ludwigs XIV. vorangingen, weil dessen Gemahlin ihren Erbansprüchen bei ihrer Vermählung entsagt hatte, teils auf die Erbansprüche des Hauses Habsburg auf die spanische Monarchie.
  • Außerdem wurden auch für den Kurprinzen Joseph Ferdinand von Bayern, dessen Mutter Maria Antonia eine Tochter Leopolds I. und seiner spanischen Gemahlin war, Ansprüche auf den spanischen Thron erhoben, welche namentlich von den Seemächten, an deren Spitze Wilhelm III. von Oranien stand, begünstigt wurden, da diese die spanische Monarchie weder an Frankreich noch an Österreich fallen, höchstens die italienischen Nebenlande an sie verteilen wollten, wie auch ein Teilungsvertrag vom 11. Oktober 1698 festsetzte.
  • König Karl II. ernannte den bayerischen Prinzen testamentarisch zu seinem Nachfolger in allen damals spanischen Landen. Als letzterer am 6. Februar 1699 plötzlich starb, schlossen Wilhelm III. und Ludwig XIV. am 2. März 1700 einen neuen Teilungsvertrag, wonach der Erzherzog Karl die spanische Krone, Philipp von Anjou Neapel, Sizilien, Guipuzcoa und Mailand erhalten sollte. Da aber Leopold I. diesem Vertrag seine Zustimmung verweigerte, so hielt sich auch Ludwig XIV. nicht an ihn gebunden. Am Hof zu Madrid wirkte der kaiserliche Gesandte Graf Harrach für den Erzherzog Karl, der französische Gesandte Marquis v. Harcourt für Philipp von Änjou. Letzterer trug endlich den Sieg davon, denn Karl II. setzte durch Testament vom 2. Okt. 1700 Philipp von Anjou zum Erben der gesamten spanischen Monarchie ein.

    Nach Karls II. Tod (1. Nov. 1700) ergriff Philipp V. sofort Besitz von dem spanischen Thron und zog schon 18. Febr. 1701 in Madrid ein. Anfangs erhob nur Kaiser Leopold Protest hiergegen und traf Anstalt zum Beginn des Kriegs in Italien. Erst als Ludwig XIV. deutlich seine Absicht kundgab, die Erwerbung der spanischen Monarchie zur Erhöhung von Frankreichs Machtstellung zu verwerten und den Schiffen der Seemächte die Häfen Südamerikas und Westindiens zu verschließen, als französische Truppen die holländischen Besatzungstruppen aus den Festungen der spanischen Niederlande vertrieben und der französische König nach Jakobs II. Tode dessen Sohn als König Jakob III. von Großbritannien anerkannte, kam am 7. September 1701 zwischen dem Kaiser und den Seemächten eine Tripelallianz zustande, welcher dann auch das Deutsche Reich und Portugal beitraten. Zwar starb König Wilhelm III. 19. März 1702, indes blieben sowohl England unter Königin Anna, welche von Marlborough und seiner Gemahlin beeinflusst wurde, als die von dem Ratspensionär Heinfius geleiteten Niederlande seiner Politik getreu. Frankreich hatte nur die Kurfürsten von Bayern und Köln sowie den Herzog Viktor Amadeus II. von Savoyen zu Verbündeten.

    Spanien und die Bourbonen

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    Der erste spanische Bourbonenkönig aus französischer Herkunft war Philipp V. (1700-1746), obwohl Phillip V. selbst von keiner großen Bedeutung war, brachte er doch aus seiner Heimat Frankreich ein ganz anderes Regierungssystem und auch neue Kräfte in das zerrüttete Staatswesen von Spanien.

    Die Fremden, hauptsächlich Franzosen und Italiener, welche Philipp V. an die Spitze der Behörden und des Heers von Spanien stellte, und unter denen Alberoni hervorragte, führten nun, wenn auch in etwas gewaltsamer Weise und in nur beschränktem Umfang, die Grundsätze der französischen Staatsverwaltung durch: alle die einheitliche Staatsgewalt hemmenden Missbräuche wurden beseitigt, Handel und Gewerbe, Wissenschaft und Kunst gefördert, die Privilegien der Provinzen aufgehoben.

    Er hatte eine einheitliche Besteuerung und Steuererhebung eingerichtet (Decreto de Nueva Planta 1515). Die wohltätigen Folgen einer zwar unumschränkten, aber tätigen und verständigen Königsmacht zeigten sich auch überraschend schnell. Aber als sie auch die Herrschaft der Kirche anfocht und deren Missbräuche abschaffen wollte, stieß die Regierung beim Volk auf allgemeinen energischen Widerstand, dem Philipp V. unter dem Einfluss seiner zweiten Gemahlin, Elisabeth Farnese, nachgab.

    Die alte Hierarchie feierte einen glänzenden Triumph, und die Kurie und die Inquisition herrschten nach wie vor in Spanien. Die Regierung des schwächlichen, hypochondrischen Ferdinand VI. (1746-1759) war segensreich, weil sie sparsam und friedliebend war. In materieller Beziehung nahm das Land einen bedeutenden Aufschwung.

    Spanien und Habsburger

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    Johanna, welche mit ihrem Gemahl Philipp I., dem Sohn des deutschen Kaisers Maximilian I., nach Isabellas Tod in 1504 zunächst in Kastilien zur Regierung kam, wurde Erbin Ferdinands und Isabellas. Mit Philipp bestieg das Haus Habsburg erstmals den spanischen Thron. Als Philipp 1506 jung starb und Johanna wahnsinnig wurde, wurde Ferdinand welcher 1512 Navarra mit seinem Reich vereinigte, zum Vormund ihres Sohnes Karl erklärt.

    Nach Ferdinands Tod im Jahre 1516 übernahm Kardinal Jimenez die Regentschaft bis zur Ankunft des jungen Königs Karl I., welcher 1517 selbst die Regierung antrat und den verdienten Staatsmann sofort entließ. Da Karl 1519 auch zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Karl V. gewählt wurde, verließ er Spanien jedoch 1520 wieder.

    Für die Begründung einer habsburgischen Weltmacht und die Ausbreitung des römisch-katholischen Glaubens kämpften die spanischen Heere am Po, an der Elbe, in Mexiko und Peru. Dem Stolz der Spanier schmeichelte es, die gebietende Macht in Europa zu sein, ihrem Glaubenseifer, für die Ausrottung der Ketzerei, wie früher des Islam, zu streiten. Als Karl V. 1556 die Regierung niederlegte, wurden die österreichischen Besitzungen des Hauses Habsburg und die Kaiserkrone von Spanien wieder getrennt, das in Europa nur die Niederlande, die Franche-Comté, Mailand, Neapel, Sizilien und Sardinien behielt.

    Spanien wurde der Mittelpunkt einer mit großartigen Machtmitteln ins Werk gesetzten katholischen Reaktionspolitik, welche den Sieg des römischen Papismus zugleich über Türken und Ketzer erstreiten wollte. Zu diesem Zweck unterdrückte Philipp II. (1556-98) den Rest der politischen Freiheiten und unterwarf alle Stände einem unumschränkten Despotismus. Die unaufhörlichen Kriege zehrten nicht nur die reichen Einkünfte der Kolonien auf, sondern zwangen den König, auf immer neue Mittel zu sinnen, seine Einnahmen zu vermehren, jedes Eigentum (außer dem der Kirche) und jedes Gewerbe wurde mit den drückendsten Steuern belegt, Schulden aller Art aufgenommen, aber nicht bezahlt, die Münze verschlechtert, Ehren und Ämter verkäuflich gemacht, schließlich so genannten Donativen, Zwangsanleihen, den Einwohnern abgefordert. Doch die spanische Reaktionspolitik hatte dabei keine Erfolge aufzuweisen. Der Versuch, England der katholischen Kirche wieder zu unterwerfen, scheiterte 1588 mit dem Untergang der großen Armada.

    Philipp IV. (1621-1665), welcher einen prächtigen Hof hielt und die Kunst pflegte und unterstützte, nahm die kriegerische Politik Philipps II. wieder auf. Im Bund mit Österreich wollte er die Alleinherrschaft des Papsttums wiederherstellen und ein habsburgisches Weltreich errichten. Der Krieg mit den freien Niederlanden begann von neuem. Im Dreißigjährigen Krieg kämpften wieder spanische Truppen in Deutschland und Italien, und der spanische Gesandte in Wien hatte in deutschen Angelegenheiten die entscheidende Stimme. Aber auf einmal brach das glänzende Gebäude schmählich zusammen, und es ergab sich, dass die Weltmacht Spaniens nur trügerischer Schein gewesen war.

    Nach dem Achtzigjährigen Krieg musste Spanien 1648 im Westfälischen Frieden die Unabhängigkeit der Vereinigten Niederlande und in Deutschland die Gleichberechtigung der Protestanten anerkennen. Im Pyrenäischen Frieden (1659) verlor es einen Teil der Niederlande an Frankreich, Dünkirchen und Jamaika an England. Als nach dem Tod Philipps IV. der schwächliche Karl II. (1665-1700) den Thron bestieg, erhob der französische König Ludwig XIV. als Gemahl von Philipps Tochter Maria Theresia Erbansprüche auf die spanischen Niederlande und wurde aber im Devolutionskrieg daran verhindert, sich derselben ganz zu bemächtigen.

    Am Ende der Regierung Karls II. war die Bevölkerung auf 5.700.000 Menschen herabgesunken, aus zahllosen Ortschaften war die Bevölkerung verschwunden, ganze Landstriche glichen Wüsten. Die Staatseinkünfte verminderten sich trotz des härtesten Steuerdrucks und fast räuberischer Finanzmaßregeln so, dass der König seine Dienerschaft nicht mehr bezahlen konnte, oft nicht einmal seine Tafel. Weder Beamte noch Soldaten wurden besoldet. Aus Geldmangel kehrte man in vielen Provinzen zum Tauschhandel zurück. So sah die Lage Spaniens aus, als die spanischen Habsburger nach 200jähriger Herrschaft 3. November 1700 mit Karl II. erloschen. Am Ende war dies das Resultat ihrer selbstmörderischen katholisch-absolutistischen Politik. Es folgte der Spanische Erbfolgekrieg in dem die anderen europäischen Herrscherhäuser die Macht über die spanische Monarchie an sich zu reißen versuchten.

    Die Mauren

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    Die Mauren (der Name ist abgeleitet von der römischen Provinz Mauretanien) waren ein muslimisches nomadisierendes Berbervolk, das im 7. Jahrhundert Nordafrika islamisierte. Im Jahre 711 drangen die Mauren in das christliche Spanien der Westgoten ein. Unter ihrem Anführer Tariq ibn-Ziyad brachten sie den größten Teil Spaniens in einem achtjährigen Feldzug unter islamische Herrschaft. Beim Versuch einer Pyrenäenüberquerung wurden sie jedoch vom Frankenherrscher Karl Martell bei der Schlacht von Tours 732 zurückgeschlagen.

    Die Mauren herrschten mehrere Jahrzehnte in Spanien bis auf eine kleine Episode im Nordwesten sowie in Nordafrika. 750 wurde der maurische Staat durch einen Bürgerkrieg erschüttert. Das Land zerbrach dann in zahlreiche islamische Lehen unter dem Kalifat von Cordoba. Indessen dehnten die christlichen Reiche im Norden und Westen allmählich ihre Macht über Spanien aus. So wurden in den folgenden Jahrhunderten Galicien, Leon, Navarra, Aragon, Katalonien, und schließlich Kastilien christianisiert. Diese Periode ist bekannt für die gegenseitige Toleranz und Akzeptanz, die Christen, Juden und Muslime einander entgegenbrachten. 1031 brach jedoch das Kalifat von Cordoba zusammen und kam unter die Herrschaft nordafrikanischer Mauren.

    1212 vertrieb ein Bündnis christlicher Könige unter Führung Alfons VIII. von Kastilien die Muslime aus Zentralspanien. Dennoch gedieh das maurische Königreich von Granada weitere drei Jahrhunderte. Dieses Königreich wurde später bekannt für architektonische Meisterleistungen wie die Alhambra. Am 2. Januar 1492 wurde der Führer der letzten muslimischen Hochburg von den Truppen des gerade vereinigten christlichen Spaniens besiegt. Die verbliebenen Muslime und auch die spanischen Juden, die Sephardim, mussten im Zuge dieser Reconquista Spanien verlassen oder zum Christentum konvertieren. Die Nachkommen der konvertierten Muslime wurden Moriscos genannt. Sie bildeten einen wichtigen Anteil der bäuerlichen Bevölkerung, z.B. in Aragon, Valencia oder Andalusien bis ins 17. Jahrhundert.

    Aragon

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    Während der Jahre 1035 bis 1479 war Aragón der Name eines unabhängigen Königreiches, das sich abgesehen von der heutige Region, auch über Katalonien und später über die Balearen, Valencia, Sizilien, Neapel und Sardinien erstreckte. Das eigentliche Zentrum von Aragon war Barcelona, da die Katalanischen Grafen die Aragonische Krone erbten. Heutzutage wird dieses Reich von in der Regel als “Katalonien-Aragon” bezeichnet. Barcelona war das Zentrum dieses mediterranen Reiches, das das Mittelmeer kontrollierte und bedeutende Auswirkungen auf das Seerecht hatte, unter anderen die katalanischen Llibre del Consolat del Mar. Die dynastische Vereinigung von Kastilien und Aragón war im Jahre 1479, als Ferdinand II. von Aragon und Isabella I. von Kastilien heirateten, diese Hochzeit führte zu der Schaffung eines einheitlichen Spaniens als eigenständiges Völkerrechtssubjekt 1516.

    Heute ist Aragon (oder auf spanisch Aragón) eine Autonome Region im Nordosten Spaniens. Es grenzt im Norden an Frankreich, im Osten an Katalonien im Süden an Valencia und im Westen an Castilla-La Mancha, Castilla-León, La Rioja und Navarra. Aragón gliedert sich in drei Provinzen: Zaragoza, Huesca und Teruel. Die Hauptstadt von Aragón ist Zaragoza. Es besteht auch eine echte Aragonische Sprache, die noch immer in einigen Tälern der Pyrenäen gesprochen, und sich vom Aragonischen Dialekt des Kastilischen (der Spanischen Sprache) abhebt.

    Isabella I. von Kastilien

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    Isabella I. von Kastilien wurde am 22. April 1451 in Madrigal de las Atlas Torres geboren und starb am 26. November 1504 in Medina del Campo. Sie wurde auch Isabella die Katholische genannt und war Königin von Kastilien.

    Isabella war Tochter des Königs Johann II. von Kastilien und León, und Sie vermählte sich 1469 mit Ferdinand II., dem Katholischen, von Aragonien und bestieg nach dem Tod ihres Bruders Heinrich IV. 1474 den kastilischen Thron. Zwar erhob Johanna, die Tochter Heinrichs IV., die der Vater für illegitim erklärt hatte, Anspruch auf die kastilische Krone und wurde von einem Teil des Adels und von Portugal dabei unterstützt, aber Isabella besiegte diese Gegner, und die Schlacht von Toro 17. März 1476 sicherte ihre Krone.

    Isabella und Ferdinand nahmen den Titel König und Königin von Spanien, nach Vereinigung der Reiche Aragonien und Kastilien 1479 an. Dies obwohl Isabella fortfuhr, die Regierungsgeschäfte in Kastilien allein zu verwalten. Vom Papst wude Ihnen der Titel “katholischen Könige” verliehen. Um den Übermut der Großen zu zügeln, führte Isabella die heilige Hermandad ein. Die Eroberung von Granada (1492, das Ende der Reconquista) und die gänzliche Vertreibung der Mauren aus Spanien war großenteils ihr Werk. Ihrer Verwendung verdankte Christoph Kolumbus (1492) die Unterstützung der Krone zu seinem Unternehmen, das die Entdeckung von Amerika zur Folge hatte.

    Isabella I. war aber auch hauptverantwortlich für die Einrichtung der Inquisition, denn ihr kirchlicher Eifer kannte keine Grenzen. Isabella war trotzalledem eine tüchtige Regentin die verbunden mit Ferdinand, einem Realpolitiker ersten Ranges, den Grundstein zur Großmacht Spaniens legt. Sie hatte fünf Kinder, von denen nur drei Töchter sie überlebten. Der Tod ihres Sohns Don Juan, Prinzen von Asturien, und ihrer ältesten Tochter, der Königin von Portugal, trübte ihre letzten Regierungsjahre. Sie starb am 26. November 1504 in Medina del Campo.

    Reconquista

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    Die Zeitspanne zwischen dem 8. und dem 15. Jahrhundert wird zwar als Reconquista bezeichnet, ist aber historich nicht korrekt. Die christlichen Reiche im Norden Spaniens kämpften genauso gegeneinander als auch gegen die Muslime. Der spanische Volksheld des 11. Jahrhunderts, El Cid, wurde von König Alfons VI. verbannt und fand Zuflucht beim muslimischen König von Saragossa.

    Die Vertreibung der Muslime begann unter dem ersten König des Königreichs von Asturia, Pelayo (718-737), der den Kampf gegen die Mauren in den Bergen von Covadonga aufnahm. Später führten seine Söhne und Nachkommen dieses Werk fort, bis alle Muslime vertrieben waren. Währenddessen errichteten die fränkischen Herrscher im Osten der Halbinsel, jenseits der Pyrenäen, im heutigen Katalonien, die Spanische Mark und eroberten 785 Girona und 801 Barcelona.

    Die Idee der Wiedereroberung durch einen Kreuzzug und das Bedürfnis religiöser Reinheit in Spanien ist vermutlich durch die „katholischen Monarchen“ Isabella I. von Kastilien und Ferdinand von Aragon eingeführt worden, um ihre Eroberung von Granada, die Ausweisung der Juden, von denen 160.000 zu dieser Zeit in Spanien lebten, und die gewaltsame Bekehrung der Mauren zu rechtfertigen.

    Im 15. Jahrhundert vereinigten sich die Königreiche von Kastilien und Aragon und alle Muslime wurden von der iberischen Halbinsel vertrieben. Aragon war zu dieser Zeit schon länger eine wichtige Seemacht im Mittelmeer und Kastilien stand in Konkurrenz mit Portugal um die Vorherrschaft im Atlantischen Ozean. Nach der Eroberung der letzten maurischen Festung bei Granada am 2. Januar 1492 begann Spanien, Missionen zur Erforschung der Weltmeere zu finanzieren. Die von Christoph Columbus brachte eine Neue Welt in den Blickwinkel europäischer Aufmerksamkeit. Es folgten Conquistadores, Eroberer, die die einheimischen Reiche in Mittelamerika und die der Inka unter spanische Herrschaft brachten.

    Frühgeschichte und Römer

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    Die Ureinwohner Spaniens waren die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. Im 11. Jahrhundert vor Christus siedelten sich die Phönizier an der Südküste Spaniens an, wobei die Kolonie Cadiz (Gades) die berühmteste war. Später setzten sich die Griechen an der Küste fest. Die im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. aus Gallien eingewanderten Kelten verschmolzen mit den Iberern nach vielen Kämpfen zum Volk der Keltiberer. Nach dem Ersten Punischen Krieg von 237 bis 219 v. Chr. eroberten die Karthager den Süden und Osten der Iberischen Halbinsel, deren Stadt Neukarthago (Cartagena) die wichtigste Ansiedlung wurde. Im Zweiten Punischen Krieg (206) verloren sie diese Besitzungen aber wieder an die Römer.

    Nach den Karthagern versuchten die Römer das Land unter ihre Herrschaft zu bringen, was ihnen aber erst nach 200jährigen blutigen Kämpfen gegen die Keltiberer und Lusitanier (unter Viriathus) gelang, die Kantabrer wurden erst 19 v. Chr. von Augustus besiegt. Augustus unterteilte die Halbinsel auch nicht wie bisher in zwei Provinzen, Hispania Citerior und Hispania Ulterior, sondern in drei: Lusitania, Baetica und Taraconensis. Unter Kaiser Hadrian wurde die neue Provinz Galaecia et Asturia abgezweigt. Die Basken im Norden behielten ihre Unabhängigkeit. Da die Römer das Land mit vielen Straßen durchzogen und zahlreiche Kastelle bauten, wurde das Land schnell romanisiert und bald Hauptsitz römischer Kultur, dem mehrere römische Kaiser (z.B Trajan, Hadrian, Antoninus) und angesehene Schriftsteller (Seneca, Lucanus) entstammten. Handel und Verkehr blühten, die Bevölkerung wuchs stark an.