Spanien Immobilien Costa Blanca

Makler Costa Blanca

Abgelegt unter:  
Luxusvillen an der Costa Blanca  Immobilien Datenbank

Villa Costa Blanca

Villa Costa Blanca

Eine wunderbare spanische Immobilie dies sich auszeichnet als Costablanca Top Villa. Die Villa aus Spanien glänzt mit hellen und grossen Räume und einer, für diese Toplage an der Costa Blanca aussergewöhnliche Wohnqualität.

Besuchen Sie für weitere Informationen über Costa blanca Villen Ref:C3480 Makler Costablanca, oder kontaktieren immo2sell.

Zigeuner

Abgelegt unter:  
Luxusvillen an der Costa Blanca  Immobilien Datenbank

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts erreichte eine große Einwanderungswelle von Zigeunerstämmen Westeuropa. Sie waren von Kleinasien über Griechenland bis zu den Balkanländern vorgestoßen und durchzogen danach sehr schnell verschiedene europäische Länder: Böhmen, Deutschland, Italien, die Schweiz und Frankreich.

Spanien erreichten sie von Frankreich aus. Ihr erstes Auftauchen dort wird durch die Kopie eines Geleitbriefes, die erst vor wenigen Jahren aufgefunden wurde, bezeugt. Dieser Geleitbrief war von Alfons V., König von Aragon, am 8. Mai 1425 ausgestellt worden und gewährte dem Anführer „Herzog“ Thomas von „Klein‑Ägypten“ und seinem Gefolge, da sie sich als Pilger ausgaben, freien Durchzug durch das Königreich Aragon. 1447 zog ein großer Trupp „egipcianos“ in Barcelona ein, wie es die „Anales de Cataluña“ berichten, und 1462 tauchten auch Zigeunerbanden in Andalusien auf‑ in der Stadt Jaén, wo sie mit großer Neugierde und Freigebigkeit empfangen wurden.

Die oft behauptete Zigeunerwanderung in Südspanien von der Küste Afrikas aus über Gibraltar bestätigte sich bis heute durch kein Dokument, und es bleibt nur die Wahrscheinlichkeit, daß einzelne Zigeunergruppen auch auf diesem Wege nach Spanien gekommen sind. Die Spanier gaben dem frernden Volk verschiedene Namen: egipcianos, gitanos, griegos, zincalés, bohemios, húngaros, faraones; vereinzelt wurden sie auch mit den Sarazenen in einen Topf geworfen.

Sie selbst nannten sich calé, calorró, romanó, cañí und auch pindoró. Ging es den Zigeunern in Spanien zuerst gut, die dunkelhäutigen „Pilger“ wurden überall begafft und mit Almosen bedacht, so brachten sie schon nach wenigen Jahren mit ihren Diebstählen und Gaunereien Behörden und Bevölkerung gegen sich auf. Dem spanischen Klerus warein sie mit ihren fremden Sitten, ihrer Wahrsagerei und religiösen Gleichgültigkeit schon gleich suspekt, und so wurden sie bald als Häretiker verschrien. 1499 unterzeichneten dann auch die Katholischen Könige die erste Pragmatik, worin den Zigeunern empfohlen wurde, entweder ihr Wanderleben aufzugeben und sich fest anzusiedeln oder das Land zu verlassen.

Es sollten noch viele „Zigeunergesetze“ folgen. Fast 300 Jahre lang bedrohte, bestrafte und verjagte man sie. Jeder neue Herrscher verschärfte die Gesetze gegen sie. Wurden sie zuerst nur verjagt oder mit Auspeitschung bestraft, so folgten später Deportationen (nach Afrika) Galeerendienste und die Todesstrafe. Das Ausüben ihrer Bräuche, bestimmter Berufe (Pferdehandel), ihre Sprache und Kleidung fielen unter die Verbote. Einzelne Gruppen hatten sich zwar angesiedelt, wie z. B. die Zigeuner auf dem Sacro Monte bei Granada; doch die Mehrzahl lebte weiterhin als gitanos bravíos (Nomadenzigeuner). Kein Gesetz fruchtete bei ihnen etwas, und da sie inzwischen das Land gut kannten, wußten sie sich in unwegsamen Gegenden zu verbergen.

Erst Karl III. brach mit der vorhergehenden Zigeunerpolitik und gab ihnen in seinem 44 Artikel umfassenden Gesetz, das er 1783 erließ, Menschenwürde und eine gewisse Gleichberechtigung wieder. Obwohl dieses Gesetz nicht alle Probleme löste, waren die Zigeuner zumindest gegen die unablässigen Bestrafungen und Verfolgungen gesichert, und eine Assimilierung mit der spanischen Bevölkerung konnte beginnen.

An den Rändern der Städte und Dörfer ließen sie sich nieder, Handel treibend oder ihren traditionellen Berufen nachgehend. Spanienreisende im vorigen Jahrhundert berichten uns von ihrem Gewerbe als Scherer, Schlächter, Pferdehändler, Rosstäuscher, Korbflechter, ambulante Straßenhändler und Hausierer. Als Schmiede, besonders als Kleinschmiede besaßen sie große Meisterschaft und waren darin konkurrenzlos. Aus ihren Reihen kamen jedoch auch große Toreros, wie Rafael „El Gallo“ und sein Bruder Joselito, der als der bedeutendste Stierkämpfer aller Zeiten betrachtet wird. Zu den berühmten Zigeunertoreros der letzten Jahrzehnte zählen Cagancho, Gitanillo de Triana, Chamaco und El Caracol.

Als Tänzer und Sänger schon bald nach ihrer Ankunft gerühmt, haben sich ihre Tänze wie die „Zarabanda“, der „Olé“ oder die „Tana“ gänzlich verloren. Zigeunertänze wurden von der Kirche öfters verboten, obwohl andererseits die Zigeuner auch wieder als Vortänzer bei den Fronleichnamsprozessionen mitgewirkt haben sollen. Heute haben sich die Zigeuner die Flamencodomäne zu eigen gemacht und gelten als Repräsentanten dieser Musik. Unter vielen Einflüssen war der Flamenco im Lebensbereich der Zigeuner Niederandalusiens entstanden. Zunächst nur in ihren Vierteln und auf ihren Festen ausgeübt, wurde der Flamenco später bei seiner größeren Popularisierung hinausgetragen und einzelne nun nicht mehr anonyme Künstler wurden berühmt.

Zigeunersänger, wie Manuel Torre, Tomás Pavón, Juan Talega, Antonio Mairena und in unseren Tagen der außergewöhnliche El Agujetas, Tänzerinnen wie La Malena, Carnien Arnaya und La Singla, Tänzer wie Juan Pelao und Caraestaca sollen hier für hunderte großer Gitano‑Interpreten stehen.

Heute schätzt man die Zahl der Zigeuner in Spanien auf 60‑100.000. Die meisten sind sesshaft geworden, obwohl es immer noch Wanderzigeuner gibt. In vielen Städten, u. a in Granada, Vitoria, Figueras hat man viel für sie getan, ihnen Schulen und Wohnsiedlungen gebaut, überhaupt versucht, sie in die Gesellschaft zu integrieren, wenn auc hier noch viel versäumtes nach zuholen ist und ein Zigeunerelendsviertel wie das von Somorrostro bei Barcelona erst vor wenigen Jahren beseitigt worden ist.

Als im 19. Jahrhundert die Sprachwissenschaftler begannen, die Zigeunersprache systematisch zu untersuchen, um von der Sprache aus die Herkunft dieses Volkes zu klären, entdeckten sie die große Ähnlichkeit des Romani (die Zigeunersprache) mit indischen Idiomen, ja selbst die Verwandtschaft mit dem altehrwürdigen Sanskrit. Die Urheimat der Zigeuner war somit geklärt, wenn auch kein ganz genauer geographischer Standort ermittelt werden konnte, denn die Zigeunersprache weist keine einheitlichen Züge auf, sondern zeigt einen Mischcharakter aus verschiedenen indischen Dialekten.

Nach der Auswanderung der Zigeuner aus Indien (wahrscheinlich im 9. oder 10. Jahrhundert n. Chr.) wurden viele Wörter und Wortgruppen aus den Sprachen (meistens Mundarten und keine Schriftsprache) der Wirtsvölker, die sie unterwanderten, in das Romani aufgenommen. So konnte man durch die persischen, arabischen, armenischen, türkischen, griechischen und slawischen Sprachelemente in der Zigeunersprache den langen Wanderweg der Zigeuner rekonstruieren.

Der Zigeunerdialekt der spanischen Zigeuner ist das caló (A chipi callí). Neben einer großen Anzahl spanischer weist es auch slawische und griechische Wörter auf. Im 16. Jahrhundert sollen noch viele Zigeuner in Spanien Vulgärgriechisch verstanden haben. Das caló war schon sehr früh verfälscht, und so hat es auch der Sprachwissenschaftler Miklosich, der die Zigeunermundarten nach ihrem Fremdwörtergehalt untersuchte (1872‑81), von allen Zigeunerdialekten an letzter Stelle eingestuft. Hatte das caló mit der alten germanía (span. Gaunersprache) nichts gemein, so wurden in die moderne germanía dagegen viele caló‑Wörter übernommen, und es ist auch in den populären Sprachgebrauch Andalusiens eingegangen. Jargonwörter wie chalao (verrückt), chanelar (wissen), duca (Pein, Schmerz), parné (Geld), pinreles (Füße), sacaís (Augen), chaval (junge), camelar (lieben, wollen) usw. kommen direkt aus der spanischen Zigeunersprache.

Heute ist vom caló nur noch ein Skelett übrig geblieben. Es hat sich dem Spanischen genähert und die meisten Zigeuner sprechen und verstehen auch nur noch spanisch. Im letzten Jahrhundert, wo man eine zeitlang für alles zigeunerische schwärmte, erschienen selbst in populären Bühnenstücken caló‑Dialoge und Redewendungen. Der große englische Romaní Raí George Borrow, der Spanien 1836 bereiste, übersetzte sogar zusammen mit spanischen Zigeunern das Lucas‑Evangelium ins caló (Embeo e Majaró Lucas). In seinem später erschienenen Werk über die Zigeuner Spaniens (The Zincali) lieferte er ein caló‑Wörterbuch, caló‑Poesie und u. a. auch einige rejelendres calós [Sprichwörter der spanischen Zigeuner], allerdings nachlässig und ungenau in der Textwiedergabe. Trotzdem wurden in die vorliegende Sammlung (teilweise verbessert) einige Sprichwörter aus seinem Buch übernommen, genauso wie von den wenigen, die Mérimée in seine Erzählung „Carmen“ eingefügt hatte.“