Spanierer frühstücken gewöhnlich relativ wenig. Ein Kaffee mit Keksen oder Gebäckstücken, oder auch weit verbreitet ist die Gewohnheit, vormittags einen Imbiss einzunehmen, etwa ein Sandwich mit einem Erfrischungsgetränk, einem Glas Bier oder Wein. Vor dem Essen gibt es einen Aperitif (gewöhnlich, wenn man keinen Imbiss gegessen hat und das vor allem am Wochenende): Ein paar Tapas (Häppchen aus Fleisch, Tortilla, Fisch usw.) mit einem Glas Wein oder einem Erfrischungsgetränk.
Das spanische Essen ist recht kräftig und besteht im Wesentlichen aus gemischten Vorspeisen, dem ersten Gang (Gemüse, Suppe etc.), dem zweiten Gang (Fleisch oder Fisch) und einem Nachtisch zum Abschluss. Dazu trinkt man zumeist einen passenden Wein oder Wasser. Nach dem Essen wird gewöhnlich eine Tasse Kaffee getrunken. Liebhaber von Havanna-Zigarren zünden sich nach dem Essen gewöhnlich eine gute Zigarre an. Zu diesem Zeitpunkt beginnt dann die Zeremonie der sogenanten Sobremesa, die in Spanien eine lange Tradition hat, bei der Sobremesa bleibt noch beisammen und unterhält sich bei einem Glas Brandy oder Likör.
Am Nachmittag nehmen viele Kinder ein Sandwich oder ein Glas Milch mit einem Gebäckstück zu sich. Das Abendessen pflegt, wenngleich es ein wenig leichter als das Mittagessen ausfällt, ebenfalls reichlich zu sein. Die Essenszeiten hängen selbstverständlich von den Arbeitszeiten ab. Demnach liegt der Zeitraum für das Frühstück zwischen 7.00 und 8.00 Uhr morgens, der Imbiss wird vormittags, um etwa 10.30 oder 11.00 Uhr eingenommen. Das Mittagessen findet später statt als in Nachbarländern, etwa zwischen 14.00 und 15.00 Uhr. Die Nachmittagspause (sogenante Merienda) ist etwa um 18.00 Uhr, und zu Abend wird meist ab 21.00 Uhr gegessen. Dennoch werden diese Gewohnheiten vermehrt auf das Wochenende und auf Feiertage verschoben. An den übrigen Tagen - von Montag bis Freitag - ähneln die Essenszeiten der Spanier zunehmend denen Europas.